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News / Monsanto-Listen: Freispruch durch Ethikwächter
(Foto: Bayer)
19.07.2019   News
Monsanto-Listen: Freispruch durch Ethikwächter
Der Deutsche Rat für Public Relations hat das Verfahren in Sachen "Monsanto-Listen" eingestellt. Die Ethikwächter sehen "keinerlei Fehlverhalten" im Hinblick auf die gültigen Kodizes oder Richtlinien der Branche.
Damit verzichtet der Rat explizit auf eine Rüge oder Mahnung. "Der in der Berichterstattung entstandene Eindruck, hier sei schlimmes Un­recht entstanden und unsauber gearbeitet worden, trifft zumindest für die deut­schen Stakeholder-Listen in keiner Weise zu", sagt das Selbstkontrollorgan - und spricht damit quasi die Agentur Fleishman-Hillard frei, die diese Listen im Jahr 2016 für Monsanto erstellt hat.
 
Bayer hatte nach Bekanntwerden des Falls die Zusammenarbeit mit Fleishman teilweise beendet.Der Leverkusener Konzern hat Monsanto im vergangenen Jahr übernommen.
 
Indes: Der Hinweis des Rates auf Deutschland ist wichtig. Denn wie sich die Sache in anderen Ländern darstellt, insbesondere in Frankreich, ist weiter unklar. Die Prüfung der von Bayer beauftragten Anwaltskanzlei läuft noch.
 
Die deutschen PR-Ethikwächter durften in einer neutralen Anwaltskanzlei die vorgelegten anonymisierten Ori­ginallisten einsehen: eine mit Journalisten, eine mit hauptsächlich politischen Entscheidern. Dabei habe sich gezeigt, dass die Lis­ten im Wesentlichen organisatorisch und planerisch relevante Informationen über diese Personen ent­halten: ihre Themengebiete, Informationsbedürfnisse, geplante Treffen und Branchenveranstaltungen. Sämtliche Angaben würden aus öffentlich frei zugänglichen Quellen stammen. So sei vermerkt, mit welchen Themen ein Ausschuss und damit auch ein Ausschussmitglied beschäftigt ist.
 
Auch die Kommentarspalten, die besonders sorgfältig begutachtet worden seien, bergen in den vorgelegten Listen keinerlei diskriminierende Äußerungen, die in irgendeiner Weise dazu geeignet sein könnten, eine Person unter Druck zu setzen. Die jeweiligen Personen seien in Abhängigkeit ihrer Haltung zum Thema Glyphosat in Farben kategorisiert worden. Auch das findet der Rat in Ordnung.
 
Und: Entgegen dem häufig in der medialen Diskussion aufgetauchten Wort „Kritiker-Listen“ handele es sich im Wesentlichen um Unterstützer-Listen. In rund zwei Dritteln aller Fälle werde dokumentiert, wer dem Thema Glyphosat im medialen wie politischen Raum eher positiv gegenübersteht. Das Fazit des Rats: bei den Listen handele es sich um „übliche Instrumente zur Dialogpflege.
 
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