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News / Fleishman-Hillard-CEO reagiert auf Vorwürfe
John Saunders (Foto: Kieran Harnett)
29.05.2019   News
Fleishman-Hillard-CEO reagiert auf Vorwürfe
Die Agentur Fleishman-Hillard hat 2016 für die Bayer-Tochter Monsanto Stakeholder-Listen geführt. Agenturchef John Saunders sieht darin keinen Verstoß gegen Ethik-Richtlinien.
Das "Stakeholder Outreach"-Projekt, wie Saunders es nennt, habe darin bestanden, in Europa relevante Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen zu sammeln und in Planungsdokumenten zusammenstellen, um die Kontaktaufnahme von Monsanto mit den Stakeholdern vorzubereiten. Solche Dokumente würden den Kunden der Agentur dabei helfen, "den für ihre geschäftlichen und gesellschaftlichen Ziele relevanten Dialog optimal zu führen", schreibt Saunders in seinem Statement, das Fleishman-Hillard auf seiner Internetseite veröffentlicht hat.

Saunders kann in dieser Praxis keinen Ansatzpunkt für Kritik erkennen. Seine Mitarbeiter seien aufgefordert, unethisches Verhalten von Auftraggebern zu melden. "Sie werden auch ermutigt, die Arbeit mit Kunden zu beenden, wenn sie persönliche Einwände gegen die Arbeit haben", so Saunders. "Wenn wir feststellen, dass sich ein Kunde unethisch verhält, steigen wir aus dem Geschäft aus." Das ist im Fall Monsanto offenbar nicht der Fall gewesen.

Mit seiner Stellungnahme ist Saunders in die Offensive gegangen, nachdem die Zusammenarbeit mit Bayer auf den Gebieten Communications und Public Affairs beendet wurde und der Deutsche Rat für Public Relations eine Prüfung des Falles auf Einhaltung von Ethik-Standards angekündigt hat. Unterdessen lässt Bayer eine Anwaltskanzlei untersuchen, in welchen Ländern Monsanto Stakeholder-Listen führen ließ und wer darin verzeichnet war.

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