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06.07.2015   News
Heckler und Koch erhält die "Verschlossene Auster"
 
Die "Verschlossene Auster" der Journalistenorganisation "Netzwerk Recherche" geht in diesem Jahr an den Waffenproduzenten Heckler und Koch. Die Journalisten kritisieren mit dem Negativpreis die Versuche der Rüstungsfirma, negative Berichterstattung über das Sturmgewehr G36 zu unterbinden. 

Das Netzwerk prangerte bei seiner Jahrestagung in Hamburg den "wohl bislang einzigartigen Umgang eines Unternehmens mit negativer Berichterstattung" an. Nachdem Medien wochenlang – auch auf Grundlage vertraulicher Unterlagen – kritisch über das Unternehmen und die Schwächen des Sturmgewehrs G36 berichtet hatten, seien Vertreter des Unternehmens beim Präsidenten des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) vorstellig geworden.

"Die in der Rüstungsbranche übliche Pressefeindlichkeit hat Heckler und Koch nun (...) durch das Vorsprechen bei einem Geheimdienst zu einer ganz neuen Qualität gebracht", heißt es in der Begründung für die Auszeichnung.

Das Unternehmen habe eine Einladung und die Möglichkeit zu einer Gegenrede bei der Konferenz in Hamburg abgelehnt. Die Waffenschmiede aus Oberndorf reagierte allerdings mit einer Stellungnahme:

"Wir sind zuversichtlich, dass eine Klärung der Ereignisse durch eine unabhängige Stelle belegen wird, dass Heckler und Koch die 'Verschlossene Auster' nicht verdient hat und wir deswegen auch nur das annehmen, was wir verdient haben."

Die Ausspähung von Journalisten durch den MAD sei zu keinem Zeitpunkt diskutiert oder gefordert worden, fügte Heckler und Koch hinzu.

Im vergangenen Jahr hatte der ADAC den Negativpreis erhalten
 

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