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News / Vorsprung durch Vorbildlichkeit
05.06.2015   News
Vorsprung durch Vorbildlichkeit
 
Ein Fahrzeug, das selbstständig Nachrichten postet. Das ist schon ein wenig mehr als nur eine schicke Digitaluhr, die auch E-Mails empfangen kann. Maschinen, Materialien, ja auch Menschen, aber eben ganz Fabriken vernetzen sich. Und in dreidimensionalen Projektionen kann man alle Abläufe, aber auch die fertigen Produkte fast spielerisch auf ihre technische Machbarkeit prüfen. Klingt wie Zukunftsmusik? Mitnichten.

Oder aber ein Ortstermin auf dem Hockenheimring - mit einem wirklich atemberaubenden Tempo-Erlebnis. "Bobby" braust über die weltberühmte, berüchtigte Rennstrecke. Mit dem bemerkenswerten Unterschied, dass Bobby der Spitzname für einen Audi RS 7 ist - und dass niemand hinter dem Steuer sitzt. Bobbys (und seiner Entwickler) Ehrgeiz: Das Ziel ist es, die anspruchsvolle Strecke schneller zu umrunden, als das der Rennlegende Frank Biela gelingt.

Es sind Themen, die nicht nur Techniker-Innenhände feucht werden lassen, sondern von denen sich Fortschrittsfreunde auch am heimischen Couchtisch gerne mitreißen lassen - in der klassischen Printform mit einem schweren, opulent gestalteten Luxusmagazin auf den Knie. Oder eben gleich nicht minder erstklassig animiert in der für Smart-Devices animierten Digitalvariante. Die Rede ist jedoch nicht von der neuesten "Wired"-Ausgabe, sondern von etwas bis vor kurzem noch so bieder, zahlenkrämerischem wie einem Geschäftsbericht.

Die zweite Ausgabe

Die Reutlinger Agentur Köckritzdörrich, die sich den Etat für ihren ersten Audi-Bericht im vergangenen Jahr gesichert und ein erstes Schaustück vorgelegt hatte, überbot sich in diesem Jahr gleich noch einmal. "Wenn man als Agentur den Auftrag bekommt, den Geschäftsbericht für Audi zu erstellen, dann ist 'Vorsprung durch Technik' eine echte Herausforderung", sagte Berthold Dörrich, CEO von KD, seinerzeit beim Pitch-Gewinn. "Audi erwartet einen crossmedial extrem erlebnisdichten Geschäftsbericht. Das stellte uns nicht nur vor die Aufgabe, neueste Technologien zu integrieren, sondern gab uns schon bei der ersten Konzeption die Möglichkeit, ungewöhnliche Storytelling-Ansätze zu entwickeln." Nun legte das Duo - Auftraggeber und Agentur - noch einmal den schnellsten Gang ein.

"Wer Zukunft gestalten will, darf nicht auf morgen warten", schreibt Rupert Stadler, Vorsitzender des Audi-AG-Vorstands, im Editorial zum 2014er Geschäftsbericht. Das mag wie eine typische Technokraten-Phrase klingen - die Buzzwords wie "Design Thinking", "Industrie 4.0", "Big Data", aber auch "Nachhaltigkeit" brausen nur so durchs Magazin -, für den KD-Geschäftsbericht ist er aber Ansporn und Messlatte.

Multimedia am Start

Filme, Bildergalerien und dichte Hintergrundinformationen, die zu vielen Zukunftsthemen per Augmented Reality zugeschaltet werden können, sind dabei nur die vertiefende Spielerei. Es ist der ungewöhnliche Themenmix, gepaart mit einer futuristisch-phantasieanregenden Optik, die den Schmöker-Reiz des Magazins ausmachen. Auf 140 Hochglanzseiten - bevor es im zweiten Teil der katalogartigen Publikation mit dem Zahlenteil ins eigentlich Eingemachte geht - tobt sich die Redaktion durch eine überbreite Themenpalette von eher erwartbaren Einblicken ins Audi TT-Designstudio bis hin zu wirklich Exotischem wie neuesten Erkenntnissen aus der Bienen-Verhaltensvorschung.

Besonders gerne liest man die mit Storyboard-Motiven illustrierte Hintergrundgeschichte zur Entstehung eines Audi-TV-Spots - diesmal aufgezäumt aus Sicht des Hauptdarstellers - eines Gebrauchtwagens. Und wirklich bunt wird es mit einem Thriller-Fotoshooting rund um den Audi R8 LMX, ausgedacht vom italienischen Krimiautor Ottavio Cappellani, oder bei der "Blog'n'Roll"-Reportage über bekannte Reisebloggerinnen, die mit einem S1 auf Tour von Prag, über Amsterdam nach Mailand geschickt wurden. Da ist die "Wired" im Audi-Gewand plötzlich bei einer edlen Modezeitschrift der "Elle"-, "Vogue"- oder "Harper's Bazaar"-Klasse angekommen. Viel mehr kann man von einem Auto-Geschäftsbericht kaum erwarten. Bislang zumindest.

Rupert Sommer
 

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