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29.05.2015   News
PR-Schwindel mit Studie zeigt journalistische Defizite
 
(Pseudo-)Wissenschaftliche Studien sind bekanntermaßen ein beliebtes PR-Instrument. Kuriose Ergebnisse schaffen es bisweilen auf Titelseiten. Dumm nur, wenn an der Untersuchung nichts dran ist und es die andere Schreibtischseite nicht so genau nimmt. So wie jüngst bei einer Meldung über Schokolade als Schlankmacher. Was dahinter steckte, offenbart die TV-Sendung "planet e.: Schlank durch Schokolade".

In ihrer Dokumentation berichten die Journalisten Peter Onneken und Diana Löbl, wie sie es mit ihrer im Frühjahr über ots verbreiteten Mitteilung "Schokolade wirkt als Diät-Turbo" zu imposanter PR-Reichweite gebracht haben wollen. Der "Süddeutschen Zeitung" verrieten die Autoren, dass die Basis dafür ein erfundenes Institut namens "Institute of Diet and Health" und eine ebenso erfundene Schokoladen-Diät war. Die Nachricht, dass "dunkle Schokolade (...) als Beschleuniger der Gewichtsreduktion dienen" könne, schaffte es unter anderem in "Bild", "Brigitte" und "Cosmopolitan".

Dass Medien zuweilen auf Fakes hereinfallen, ist eine Botschaft der Dokumentation. Vor allem aber geht es darin um die Diätindustrie und ihre Methoden, die Wissenschaft für eigene Zwecke zu missbrauchen. Die Sendung "Schlank durch Schokolade. Eine Wissenschaftslüge geht um die Welt" ist am 5. Juni um 21.50 Uhr bei Arte und am 7. Juni um 15.30 Uhr im ZDF zu sehen.
 

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