Shitstorms, die Macht der Sprache und eine ungewöhnliche Lektüre: Womit dm-Lenker Christoph Werner PR-Report-Chefredakteur Daniel Neuen (Foto) überrascht hat.
Als ich dm-Chef Christoph Werner
zum Titel-Interview für unsere aktuelle Ausgabe in der Karlsruher Zentrale des Drogerie-Riesen traf, bekam ich dessen Kundenmagazin Alverde in die Hand gedrückt. Damit hatte ich gerechnet.
Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass Werner mir noch mehr Lektüre mitgeben wollte. Und welche. Mitten im Gespräch in seinem Büro stand er auf, holte ein Buch vom Schrank und fing an, begeistert aus der Einleitung vorzulesen.
Das Buch heißt „Propaganda for the good“ und der Autor ist Jannis Johannmeier. Der Co-Gründer der Bielefelder Agentur Trailblazers, bekannt für seine oft knallige Kleidung und ohne Furcht vor polarisierenden Auftritten und Inhalten, hat es Werner offenbar angetan. Die beiden seien sich bei einer Veranstaltung begegnet. Johannmeier nutzte dabei die Gelegenheit, Werner sein Buch zu geben.
„Es lohnt wirklich, das zu lesen. Ich habe ein ganzes Paket davon gekauft und im Unternehmen verteilt“, berichtete Werner. „Von ihm habe ich auch den Gedanken, dass eine Empörungswelle eine Chance sein kann. Denn dann hat man die Aufmerksamkeit, um seinem Anliegen Gehör zu verschaffen. Und die sollte man offensiv nutzen und nicht anfangen, zu relativieren oder sich verschämt zurückzuziehen.“
Die Denkrichtung verändern
Der dm-Chef tritt deutlich zurückhaltender auf als Johannmeier, aber auch er scheut die Debatte nicht. Er trete für seine Überzeugungen ein. „Ich muss nicht über jedes Stöckchen springen, das uns hingehalten wird. Ich muss mir aber auch nicht alles gefallen lassen“, sagte Werner, der in nicht einmal einem Jahr von beiden Seiten des politisch-medialen Spektrums angegangen wurde: erst von der Organisation Campact und vor einigen Wochen von Nius.
Werner beschäftigt sich intensiv mit Kommunikation, dm pflegt eine eigene Sprache. Die Filiale heißt bei dem Unternehmen „Markt“, der Hauptsitz „Dialogicum“, statt von der Belegschaft spricht man von der „Arbeitsgemeinschaft“, statt vom Azubi vom „Lernling“, das Kundenbindungsprogramm ist ein „Kundenverbindungsprogramm“. Werner: „Drei kleine Buchstaben verändern die Denkrichtung.“ Das mag man im Einzelnen bewerten, wie man möchte, aber dass der Chef eines großen Unternehmens Wert auf Sprache legt, dürfte Kommunikationsprofis freuen.
Was Top-Kommunikation leistet
Viel Freude hat die Veröffentlichung der
Shortlist der PR Report Awards 2026 ausgelöst. Knapp 150 Cases und Kampagnen haben es in diesem Jahr ins Finale geschafft. Dazu gratulieren wir allen Macherinnen und Machern dieser Projekte ganz herzlich. Denn sie haben bewiesen, was Top-Kommunikation in herausfordernden Zeiten leisten kann. Und dass es dabei nicht unbedingt auf große Budgets oder bekannte Namen ankommt.
Die Gewinnerinnen und Gewinner bleiben bis zur Preisverleihung geheim. Dieses Jahr findet die Winners Night am 12. November 2026 statt. In einer neuen Location: im Motorwerk Berlin.
Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Auch ein Platz auf der Shortlist ist eine Auszeichnung. Deshalb heißt es Winners Night. Dieser Idee verleihen wir auch in diesem Jahr mit einer besonderen Würdigung Ausdruck: Alle Finalistinnen und Finalisten werden vor Ort im Rahmen des Empfangs am Abend geehrt.
Vor der Winners Night findet im Kosmos Berlin
das PR Report Camp statt. Das Event für den Kommunikationsnachwuchs und für Young Professionals bietet Karriere-Talks, Workshops, Top-PR-Cases des Jahres, das #30u30-Finale und Panels. Die digitalen Ask-me-anything-Sessions stehen bereits am Tag zuvor, dem 11. November, auf dem Programm.
Studierende, Volos und Trainees nehmen an beiden Camp-Tagen kostenlos teil. Sehen wir uns?