Sind junge Menschen die Verlierer der KI-Revolution? Welcher Branchen-Hype nervt? Welches Klischee über die PR-Branche stimmt? Christian Maertin, Head of Corporate Communications & Media Relations bei Bayer, antwortet in unserem Karriere-Fragebogen.
Was hätten Sie in Ihrer Karriere gerne früher gewusst?
Wie dramatisch Fakten gegenüber Emotionen an Bedeutung verlieren und wie sehr systematisches Framing den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen wird.
Was war Ihre wichtigste berufliche Entscheidung und warum?
Meine grundlegendste Entscheidung war, 2001 vom Journalismus in die PR zu wechseln. Der Schritt war richtig, denn ich empfinde die Herausforderungen in der Kommunikation als deutlich facettenreicher.
Welcher Mensch hat Sie beruflich am meisten geprägt und warum?
All diejenigen, die in mich vertraut und mir Verantwortung und Gestaltungsspielraum gegeben haben, um persönlich wachsen zu können.
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Tipp: Christian Maertin wird zu Gast sein beim
PR Report Camp 2026. Auch in diesem Jahr gibt es die wichtigste Groß-Veranstaltung für den Nachwuchs und für Young Professionals: am 11. November digital und am 12. November vor Ort in Berlin. Mit dabei als Partner des Camps sind viele renommierte Agenturen und Unternehmen, darunter auch Bayer.
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Welcher Branchen-Hype nervt Sie?
Die permanente Selbstbeweihräucherung inklusive Selfies auf Linkedin.
Ein junges Talent begeistert mich, wenn …
… es genau weiß, was es will, eine persönliche Haltung entwickelt und mir neue digitale Trends zeigt, von denen ich nie geahnt hätte, dass es sie gibt.
KI wälzt die Kommunikationsbranche um: Sind junge Menschen die Verlierer der KI-Revolution?
Nein. Auf diese Idee kann nur kommen, wer junge Talente automatisch auf simple Aufgaben reduziert.
Welche menschlichen Fähigkeiten bleiben im KI-Zeitalter unverzichtbar?
Allen voran Emotionalität und Empathie. Und natürlich ein umfassendes Verständnis für die Welt der digitalen Kommunikation.
Eine mit KI verfasste Job-Bewerbung finde ich …
… heute unvermeidlich. Manche technologische Trends mögen uns nicht gefallen, aber wir müssen lernen, damit umzugehen. Das persönliche Bewerbungsgespräch bekommt in jedem Fall eine ganz neue Dimension.
Diesen Prompt nutze ich beinahe täglich:
Jeder unserer Agenten würde den Platz dieses Fragebogens bei weitem sprengen. Ein einfacher, aber unverzichtbarer Prompt könnte lauten: „Optimiere die folgende Pressemitteilung hinsichtlich Verständlichkeit, journalistischer Relevanz und Auffindbarkeit im Internet. Beginne mit der wichtigsten Nachricht, mache wichtige Fakten leicht auffindbar und verwende eine klare, sachliche Sprache, ohne Informationen hinzuzufügen oder zu übertreiben. Behalte alle Namen, Zahlen, Zitate, Quellenangaben und rechtliche Formulierungen exakt bei und kennzeichne noch fehlende Details als tbd.“
Welches Klischee über die PR- und Kommunikationsbranche ist keines?
Die KI meint, es wäre am ehesten dieses: „PR ist weiblich“.