Die Deutsche Telekom liegt in Sachen digitaler Pressearbeit vorn. Der Telekommunikationskonzern hat Eon an der Spitze der Rangliste MR Benchmark abgelöst. Der Energieriese belegt in dem von der Beratung Net Federation erstellten Ranking nun Platz drei hinter Henkel.
Der Vorjahresdritte Deutsche Telekom hat sich mit 816 von 1000 zu erreichenden Punkten auf Rang eins vorgeschoben (2025: 780 Punkte). Die Stärke seines Presse- und Medienbereichs laut Net Federation: Das Unternehmen vernetzt seine Informationsangebote konsequent und bündelt Inhalte in thematischen Medienmappen. Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel hat Platz zwei mit 807 Punkten (2025: 808) gehalten. Er verbinde Fakten und Unternehmensinformationen besonders durchgängig mit redaktionellem Storytelling und persönlichen Perspektiven, heißt es in einer Mitteilung der Kölner Digitalagentur und Unternehmensberatung. Eon ist von 840 auf 775 Zähler und damit den dritten Rang abgerutscht. Unabhängig davon punkte das Unternehmen damit, dass es seine Medienkommunikation stark an strategischen Zukunfts- und Transformationsthemen ausrichte.
Im Rahmen ihres MR Benchmark untersucht Net Federation jährlich die Veränderungen in der digitalen Presse- und Medienarbeit. Im dritten Quartal dieses Jahres wurden die Pressebereiche der Dax40-Unternehmen und zehn nicht börsennotierter deutscher Großunternehmen anhand von 99 Kriterien analysiert. Die Kriterien werden entsprechend ihrer Bedeutung gewichtet. Für jedes Kriterium gilt eine 30-Sekunden-Regel: Was sich in dieser Zeit im Pressebereich nicht finden lässt, wird als nicht vorhanden gewertet. Das aus der Untersuchung resultierende Ranking der Unternehmen und die Detailergebnisse veröffentlicht die Agentur unter
MR-Benchmark.de.
Ein Ergebnis der Analyse ist, dass die Konzerne bei gesellschaftspolitischen Themen zurückhaltender geworden sind. 48 Prozent adressieren politische Themen sichtbar in ihrem Medienbereich, 2022 und 2024 waren es jeweils 68 Prozent. Während Strategie, Storytelling und persönliche Perspektiven an Bedeutung gewinnen, sind Inklusion, Frauenförderung und sexuelle Vielfalt seltener sichtbar als noch 2024. "Wer zu einem Thema schweigt, verschwindet damit nicht aus der Berichterstattung. Er gibt nur ab, wer die Antwort formuliert", kommentiert NetFed-Geschäftsführer Christian Berens die Entwicklung. "Journalisten, Stakeholder und KI greifen dann auf andere Quellen zurück."
Unterdessen bauen die Unternehmen laut MR-Benchmark ihre redaktionellen Angebote aus. 98 Prozent kommunizieren inzwischen ihre Unternehmensstrategie im digitalen Medienbereich, 2022 waren es 80 Prozent. Storytelling-Formate stiegen im gleichen Zeitraum von 60 auf 92 Prozent, Mitarbeiter-Testimonials von 52 auf 86 Prozent. Klassische Pressemitteilungen werden nun vermehrt mit Hintergrundinformationen, Kennzahlen, Medienassets und persönlichen Perspektiven verbunden.
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