Die von Alessa Cramer und Hendrik Stamm geführte Nachwuchsinitiative GPRA Young Professionals hat die Resultate der neuen "Inside Pulse"-Umfrage vorgelegt. 55 Prozent der Teilnehmer fühlen sich im Kundengespräch nicht ernst genommen.
Die zweite Ausgabe der "Inside Pulse" dreht sich um das Beratungsverständnis von Nachwuchskräften in der Kommunikationsbranche und um die Frage, welche Rahmenbedingungen sie brauchen, um Beratungskompetenz zu entwickeln. Dazu hat die Initiative des Agenturverbands GPRA 72 Kommunikatoren aus Mitgliedsberatungen mit bis zu fünf Jahren Berufserfahrung befragt. Ergänzt wurde die quantitative Erhebung durch eine qualitative Fokusgruppe mit sechs Young Professionals sowie durch Erfahrungsberichte aus dem Kreis der GPRA Young Professionals.
Ein Ergebnis: Zwar sind Junioren selbstverständlich im Kundenkontakt präsent, übernehmen Verantwortung und bringen fachliche Einschätzungen ein. Trotzdem hat sich mehr als die Hälfte der Befragten in einem Kundentermin bereits nicht ernstgenommen gefühlt. Als Hauptursache wird der Joblevel vermutet, gefolgt von der Erfahrung auf dem Kunden und dem Alter. Die GPRA Young Professionals fordern deshalb, dass Junioren mit Beratungsverantwortung auch die entsprechende Legitimation gegenüber Auftraggebern erhalten müssten. Das bedeute: Zuständigkeiten klar benennen, fachliche Verantwortung sichtbar übertragen und die Position der jungen PR-Profis im Gespräch stützen.
Weitere Resultate:
- 77 Prozent der Befragten nehmen mehrmals pro Woche an Kundenterminen teil. Viele übernehmen aktive Rollen und bringen sich sichtbar in die Zusammenarbeit mit Kunden ein.
- 74 Prozent wünschen sich mehr Möglichkeiten, operative Arbeit einzuordnen, Empfehlungen abzuleiten und Verantwortung in Beratungsprozessen zu übernehmen.
- Als wichtigste Voraussetzung für die gezielte Entwicklung von Beratungskompetenz nennen Young Professionals regelmäßiges Feedback, transparente Entwicklungspfade und klare Rollenprofile. Sie wünschen sich Rahmenbedingungen, die ihnen schrittweise mehr Verantwortung und eigenständige Beratung ermöglichen.
"Young Professionals wollen nicht bloß früher auf die Bühne, sondern sie wollen dort auch wirklich Verantwortung übernehmen", kommentiert Alessa Cramer, Sprecherin der GPRA Young Professionals. "Unsere Ergebnisse zeigen: Beratungskompetenz entsteht im direkten Kundenkontakt, wenn junge Kolleg:innen eigene Einschätzungen einbringen, Empfehlungen vertreten und dabei durch erfahrene Kolleg:innen abgesichert werden."
Die zweite Ausgabe der "Inside Pulse" gibt es auf der
Website der GPRA Young Professionals.
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