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News / „Das zunehmende Kurzfristdenken nervt“
Gabriele Hässig (Foto: P&G, PicturePartner GmbH, Ina Strohbrücker)
08.09.2026   Karriere
„Das zunehmende Kurzfristdenken nervt“
Sind junge Menschen die Verlierer der KI-Transformation? Welches Klischee über die PR-Branche stimmt? Gabriele Hässig, Geschäftsführerin Nachhaltigkeit und Kommunikation bei Procter and Gamble, antwortet in unserem Karriere-Fragebogen.
Was hätten Sie in Ihrer Karriere gerne früher gewusst?
Wie wichtig sichere Räume für das angstfreie Aufnehmen von Feedback sind. Das gilt im Übrigen für junge Talente ebenso wie für erfahrene Führungskräfte. Offener Austausch und kritisches Hinterfragen, auch und grade intergenerational, bringt verschiedene Perspektiven zusammen. Das ist wichtig, damit kein schiefes Bild der Realität entsteht und gleichzeitig eine elementare Grundlage, um Zukunft erfolgreich gestalten zu können.
 
Was war Ihre wichtigste berufliche Entscheidung und warum?
Der Wechsel vom Marketing in die Kommunikation im Jahr 2005. Dadurch habe ich gelernt, Unternehmen, Marken und gesellschaftliche Themen aus einer neuen, viel breiteren Perspektive zu betrachten.
 
Welcher Mensch hat Sie beruflich am meisten geprägt und warum?
Eigentlich waren es mehrere Menschen in unterschiedlichen Phasen meiner Karriere. Meine erste Chefin Ann Francke hat mich früh gefordert und gefördert. James Lafferty hat mich geprägt, wenn es um Selbstführung und Leadership geht. Von Astrid Teckentrup lerne ich täglich, wieviel Wirkung in aufmerksamem Zuhören, Vertrauen und Empowerment liegt. Wenn ich mit unseren jungen Talenten bei P&G spreche, lerne ich auch immer etwas dazu. In unserer Branche inspirieren mich Kolleginnen wie Susanne Marell und Monika Schaller.
 
Welcher Branchen-Hype nervt Sie?
Das zunehmende Kurzfristdenken und in einigen Fällen auch fehlende inhaltliche Tiefe und damit verbundene Polarisierung. Kommunikation entfaltet ihre größte Wirkung nicht in Tagen oder Quartalen, sondern über Jahre. Nähe und Vertrauen erfordern dauerhaftes Engagement und setzen voraus, dass man die Dinge durchdringt. Ich denke, das ist aber nicht nur ein Problem in unserer Branche …
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Tipp: Gabriele Hässig wird zu Gast sein beim PR Report Camp 2026. Auch in diesem Jahr gibt es die wichtigste Groß-Veranstaltung für den Nachwuchs und für Young Professionals: am 11. November digital und am 12. November vor Ort in Berlin. Mit dabei als Partner des Camps sind viele renommierte Agenturen und Unternehmen, darunter auch Procter and Gamble. Kostenlos für Studierende, Volos und Trainees! Jetzt anmelden!
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Ein junges Talent begeistert Sie wenn …
… Neugier größer ist als Selbstgewissheit – und dann der Wille und die Disziplin hinzukommen, ein Thema in der Tiefe zu verstehen.
 
KI wälzt die Kommunikationsbranche um. Sind junge Menschen die Verlierer der KI-Revolution?
Klares Nein. Ganz im Gegenteil: Es bieten sich große Chancen, die Menschen noch besser mit für sie relevanten, kreativen Inhalten zu erreichen. KI-Strategien sind ja immer nur der Weg dahin …
 
Welche menschlichen Fähigkeiten bleiben im KI-Zeitalter unverzichtbar?
Empathie, kritisches Denken und Urteilsvermögen. Natürlich auch die Fähigkeit, anderen Menschen zuzuhören.
 
Eine mit KI verfasste Job-Bewerbung finde ich …
… völlig in Ordnung, solange sie zeigt, wer der Mensch dahinter ist. Sie muss authentisch sein, sollte keine Fehler enthalten und auf den angestrebten Job passen. Im Idealfall gibt es später im persönlichen Interview dann keine Unstimmigkeiten zwischen dem Papier und der Person.
 
Diesen Prompt nutze ich beinahe täglich:
„Versetze Dich in die Perspektive meiner wichtigsten Stakeholder. Welche Argumente, Bedenken und Erwartungen könnten sie zu diesem Thema haben, die ich bisher übersehe?“
 
Welches Klischee über die PR- und Kommunikationsbranche ist keines?
PR steht bekanntlich für „Partys und Reisen“. Die Partys sind deutlich weniger geworden. Aber der Gedanke dahinter stimmt nach wie vor: Kommunikation ist Beziehungsarbeit. Deshalb bleibt es wichtig, Menschen auch außerhalb formaler Meetings zu treffen, zuzuhören und Beziehungen aufzubauen. Face-to-face ist durch nichts vollständig zu ersetzen.

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