Der Kommunikationswissenschaftler Manfred Rühl, Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Das hat die Universität Bamberg mitgeteilt.
Der Diplom-Volkswirt Rühl promovierte 1968. Bereits seine Dissertation über "Die Zeitungsredaktion als organisiertes soziales System" wurde laut der Uni Bamberg zu einem zentralen, wegweisenden Buch einer ganzen Disziplin und "in den Kanon der ,Schlüsselwerke für die Kommunikationswissenschaft' (Holtz-Bacha/Kutsch 2002) aufgenommen". Das gelte auch für seine 1980 publizierte Habilitationsschrift zu "Journalismus und Gesellschaft", schreibt Markus Behmer, Professor für empirische Kommunikatorforschung an der Uni Bamberg, in einem
Nachruf.
1983 übernahm Rühl den Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft an der Universität Bamberg. "Als ,Papa Rühl' verabschiedeten ihn seine studentischen Hilfskräfte, als er 1999 in den Ruhestand ging", heißt es in der Mitteilung der Universität. Am vergangenen Mittwoch (5. August) sei er "nach kurzer, schwerer Krankheit" verstorben.
"Mit Manfred Rühl ist in dieser Woche einer der ganz, ganz Großen der Kommunikationswissenschaft und der PR-Forschung sowie der Gründer des Bamberger Instituts verstorben", äußert sich Olaf Hoffjann, Professur für Kommunikationswissenschaft an der Uni Bamberg, in einem
Linkedin-Post. "Er war es, der bereits in den 1960ern in die damals weitgehend Theorie-freie deutsche Kommunikationswissenschaft die Systemtheorie importierte, kaum dass die ersten Schriften von Luhmann erschienen waren. Er war es, der in der damals weitgehend Empirie-freien deutschen Kommunikationswissenschaft ‚mal eben‘ eine Beobachtungsstudie durchführte, wie man sie in unserem Fach seither nur noch selten lesen durfte."
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