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News / Kein PR-Chef vor Jahresende
Kein Kommunikationschef in Sicht. In der ZF-Zentrale bleibt der Posten vorerst vakant.
28.05.2015   News
Kein PR-Chef vor Jahresende
 
ZF Friedrichshafen Die Suche nach einem neuen Kommunikationschef für den Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen läuft offenbar sehr schleppend. Im Frühjahr verabschiedete sich der langjährige Amtsinhaber Matthias Lenz, im Dissens mit ZF-Boss Stefan Sommer habe er „die Brocken“ am Bodensee hingeworfen, heißt es im Umfeld. Man wolle „zeitnah“ Ersatz präsentieren, teilte ZF im Januar mit, passiert ist seitdem nichts. Derzeit halten Martin Demel, Head of Corporate Communications, und Andreas Veil, Leiter Wirtschaftspresse, die Stellung.
Zu hören war zwar von einem „breiten Interesse“ an Kandidaten aus der Zuliefer-Industrie, doch viele winkten wohl ob des knackigen Programms ab: Derzeit läuft die Übernahme des US-Elektronikkonzerns TRW Automotive, ein Unternehmen, annähernd so groß wie ZF selbst, aber offenbar mit doppelt so großem Selbstbewusstsein. Vom Hauptquartier im beschaulichen Friedrichshafen scheinen die Amerikaner kaum Ansagen akzeptieren zu wollen, die kulturellen Unterschiede seien eklatant, heißt es – und die treten aktuell im Vorfeld der Groß-Messe IAA offenbar offen zutage.
Zuletzt hat dem Vernehmen nach mit Frank Latzer ein ehemaliger Roland-Berger-Mann die Kommunikationsbranche nach geeigneten Kandidaten durchkämmt, ein Mann, der zwar in der Szene keinen Namen hat, ZF-Boss Sommer aber offenbar auch zu anderen Posten berät. Man suche nicht in der Auto-Zuliefer-Industrie, Sommer wünsche sich einen Kandidaten mit Erfahrung in diversifizierten und international aufgestellten Technologie-Unternehmen.
Es gilt, ZF auch nach innen auf die neue Rolle als Global Player einzustellen, die Kommunikation für ihre internationalen Aufgaben umzubauen – und offensichtlich bei den Marketing- und PR-Leuten von TRW Respekt einzufordern.
Neben IAA und der Übernahme in den USA hat ZF in diesem Jahr die 100-Jahr-Feier vor der Brust, im kommenden Jahr steht außerdem der Umzug der Hauptzentrale in Friedrichshafen an, an der das Unternehmen derzeit bauen lässt. Als Stolperstein empfinden Kandidaten offenbar, dass ZF über eine Stiftung der Stadt Friedrichshafen gehört. In der anspruchsvollen Lage, die sich auch kommunikativ für ZF abzeichnet, ist zusätzlich mit dem Interesse von potenziell meinungsfreudigen Stadträten und Lokalpolitikern zu rechnen, die sich gegenüber dem Unternehmen als Gesellschaftervertreter fühlen dürfen.
Offiziell gibt sich ZF zur Situation zugeknöpft. „Wir werden das Thema Nachfolgeregelung nicht kommentieren“, heißt es auf Anfrage. ZF-Chef Sommer soll die Suche nach einem neuen Kommunikationschef indes zur Chefsache gemacht haben. Man rechne nicht damit, vor Ende des Jahres einen neuen Kopf ins Amt bringen zu können.

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