Betty Kieß, Leiterin Kommunikation und Strategie im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, verteidigt die KI-Nutzung von Minister Karsten Wildberger.
Auf Linkedin postet sie, dass schon der Vorwurf, ihr Chef habe weitgehende Teile seiner Rede von einer KI "schreiben" lassen, zu kurz greife. Im Folgenden erklärt sie, wie das Ministerium KI einsetzt und geht bis in die einzelnen Korrekturschleifen, die ein Text durchläuft, bis der Minister ihn als Rede hält.
"Seit Jahrzehnten arbeiten Politiker mit Redenschreibern, Referenten, Fachleuten und Beratern. KI erweitert diesen Werkzeugkasten. Nicht als Ersatz für menschliche Entscheidung, sondern als zusätzliches Tool in einem bestehenden Prozess."
Die Debatte gehe deswegen an der entscheidenden Fragestellung vorbei. Es dürfe nicht heißen: "'Wurde KI genutzt?' Sondern: 'Wie wird sie genutzt?'" Die Antwort sei: "Als Sparring-Partner."
Kieß plädiert dafür, weiter über einen verantwortungsvollen Einsatz von KI zu diskutieren. Dabei dürfe es aber nicht um die Frage nach einem eingesetzten Werkzeug gehen. Vielmehr gehe es um Verantwortung, Transparenz und Qualität. Kieß fragt: "Wer, wenn nicht ein Digitalminister, sollte dazu ermutigen, KI zu nutzen und dazu beitragen, den verantwortungsvollen und produktiven Einsatz neuer Technologien zu gestalten?"
Den Anstoß für die Diskussion hatten die "Zeit" und das "Handelsblatt" gegeben: Die Wochenzeitung hatte am Wochenende berichtet, dass weite Teile von Wildberger-Texten von der KI stammen könnten. Das Ministerium hatte den Einsatz von KI bestätigt. Das "Handelsblatt" hatte daraufhin einen Gastbeitrag Wildbergers offline genommen. Auch die "FAZ" hat einen Text des Ministers depubliziert.
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf turi2, das wie der PR Report zum Verlag Oberauer gehört.
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