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News / Tool-Update: April
Synfia.ai-Gründer René Mähr (l.) und Simon Rutar (Foto: Cecilia Capri)
28.04.2026   News
Tool-Update: April
Produkte und Neuigkeiten von Agenturen, Dienstleistern und Software-Firmen. Ein Überblick.
Weber Shandwick
Ende September tritt die EU-Richtlinie Empowering Consumers Directive (EmpCo) in Kraft. Sie soll Verbraucher vor irreführenden Umweltaussagen schützen. Generische und unbelegte Claims wie "umweltfreundlich", "grün" und "klimaneutral" sind dann ohne detaillierte, nachprüfbare Beweise nicht mehr zulässig. Damit Unternehmen ihre Nachhaltigkeitskommunikation rechtssicher gestalten können, hat Weber Shandwick ein KI-Tool namens "Green Claims AuditPro" auf den Markt gebracht. 

Die KI wurde nach Agenturangaben auf die Erkennung von Nachhaltigkeits-Claims trainiert. Jeder gefundene Claim wird demnach mit "KnowLex", einer in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Noerr kuratierten Wissensdatenbank, abgeglichen. Diese enthalte konkrete Handlungsanweisungen und Beispiele sowie relevante BGH-Urteile. Der KI-Agent bereitet die Ergebnisse laut Weber Shandwick in einem Risiko-Report auf, der den Handlungsbedarf priorisiert und konkrete Empfehlungen liefert, die anschließend von Experten für Nachhaltigkeit und Kommunikation validiert und strategisch bewertet werden. Bei komplexen juristischen Fragen werde die Kanzlei Noerr hinzugezogen.

"Die Komplexität der neuen Vorschriften schafft enorme Unsicherheit. Die Folge sind Greenhushing auf der einen und unabsichtliche Verstöße auf der anderen Seite – ab September rechtlich anfechtbar", teilt Jan Dirk Kemming, Head of Sustainability bei Weber Shandwick, mit. "Unser Ziel ist es, Unternehmen die nötige Sicherheit zu geben, ihre echten Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit selbstbewusst und integer zu kommunizieren." Auf sustainability.webershandwick.de können Unternehmen einen kostenlosen Schnelltest durchführen, um ihre eigene Website exemplarisch auf erste kritische Punkte prüfen zu lassen.  

Reputativ
Der Braunschweiger Dienstleister hat seinem Online-Tool für Reputationsmanagement einen neuen Namen und mehr Funktionen verpasst. "repraise" vereint nach Unternehmensangaben Reputationspflege, Community Management und Feedback-Analyse. Als zentrales Feature biete das Monitoring einen vollständigen Überblick über aktuelle Bewertungen, Score-Entwicklungen und die Performance auf einzelnen Portalen. Über das integrierte Community Management könnten Unternehmen Bewertungen einsehen und mit KI-Unterstützung direkt beantworten. Ein Umfrage-Tool ermögliche es, qualifiziertes Feedback einzuholen – ob von Kunden, Mitarbeitenden oder Patienten. Bei positiver Bewertungslage kann der Agentur zufolge zudem eine Trustpage mit den Top-Portalen die Online-Sichtbarkeit von Unternehmen deutlich erhöhen.

",repraise' nimmt Unternehmen die Komplexität des digitalen Reputationsmanagements ab, indem es alle relevanten Prozesse in einer Plattform bündelt und dabei intuitiv bedienbar bleibt", sagt Reputativ-Geschäftsfüher Alexander Hundeshagen.

Synfia.ai

Das Wiener Start-up Synfia.ai verwandelt nach eigenen Angaben klassische Befragungen in natürliche Sprachdialoge mit Künstlicher Intelligenz. Statt Formulare oder Fragebögen auszufüllen, sprechen Kunden, Nutzer oder Mitarbeitende – etwa im Rahmen eines Kundenfeedback-Prozesses oder einer Mitarbeiterbefragung – direkt mit einer KI. Diese hört zu, stellt gezielte Rückfragen und reagiert dynamisch auf Antworten – wie in einem echten Gespräch. Das jedenfalls behauptet Synfia.ai. Das Ergebnis dieser KI-gestützten Dialogbefragungen seien deutlich tiefere Einblicke bei gleichzeitig hoher Skalierbarkeit.

"Unternehmen sammeln heute mehr Feedback als je zuvor. Leider fehlt oft das echte Verständnis dahinter", sagt Synfia.ai-Mitgründer René Mähr. "Wir bringen Befragungen zurück zu ihrem Ursprung: ein echtes Gespräch, das zuhört, nachfragt und echte Erkenntnisse liefert – nur eben skalierbar." Während die Gespräche stattfinden, analysiert die KI die Inhalte und strukturiert die Ergebnisse automatisch. Nutzer können anschließend direkt mit den Daten interagieren.

Observer

Der österreichische Medienbeobachter hat den KI-Text-Assistenten Storypact in seinem Tool Media Intelligence Office (MIO) um eine Generative-Engine-Optimization-Funktion erweitert. Sie ermögliche es Anwendern, Texte auf Knopfdruck gezielt für die Ausspielung in KI-generierten Antworten zu optimieren. Dazu werde der gewünschte Content in den Text-Assistenten geladen und über den integrierten GEO-Button automatisiert analysiert und angepasst. Die neue Funktion berücksichtige dabei sämtliche relevanten Faktoren – von Struktur und Semantik bis hin zu sprachlicher Klarheit und Kontextrelevanz.

"Die Anforderungen, um digital sichtbar zu sein, haben sich seit dem Aufkommen der KI-Tools verändert. Es reicht nicht mehr aus, SEO-Maßnahmen umzusetzen, wenngleich sie weiterhin wichtig bleiben", so Stephan Ifkovits, Head of Marketing & Communications bei Observer. "Generative Engine Optimization denkt weiter und ganzheitlicher. Sie ist die Eintrittskarte, um die eigene Marke auch in die KI-Antworten zu bringen. Die Integration der GEO-Funktion in den Text-Assistenten Storypact ist ein wichtiger Schritt, um Kommunikationsprofis bei dieser neuen Herausforderung zu unterstützen."

Althaller Communication

AlthallerAssist heißt ein KI-Tool, dass die Agentur für strategische Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mit Sitz in München gelauncht hat. Das "lernende Betriebssystem" ist vor allem für B2B-Agenturen sowie Kommunikations- und Marketingabteilungen in kleinen und mittelständischen Unternehmen gedacht. Der Einsatzbereich reicht laut Althaller von pragmatischen Aufgaben bis hin zu kreativen Konzepten und Strategieentwürfen rund um die Social-Media- und Kommunikationsarbeit. Die Nutzer würden unter anderem mehr gute Inhalte und Konzepte bekommen, schnelle Erstentwürfe für Posts, Mailings, Landingpages, Präsentationen und Strategiepapiere, klarere Entscheidungen durch Zugriff auf Benchmarks, Branchenwissen und Strukturvorschläge sowie konsistente, nachvollziehbare Kommunikation statt Einzelaktionen

"KI wird zur Taktgeberin von B2B-Social-Media: Sie entscheidet, wie viel Zeit Teams sparen,
welche Inhalte überhaupt noch gesehen werden – und welche Rolle Agenturen morgen spielen.
Aus 15 Jahren Langzeitstudie wissen wir sehr genau, wie sich Social Media im B2B entwickelt
hat. Mit AlthallerAssist machen wir dieses Wissen täglich gewinnbringend nutzbar", sagt
Jacqueline Althaller, Gründerin von Althaller Communication.

Scompler

Der Münchner Softwarehersteller hat Scompler AI, die KI-Ebene des Scompler Operating Systems für strategische Kommunikation, aktualisiert. Nutzer können nun mit derselben Anzahl an Credits doppelt so viele KI-Aktionen durchführen, was die KI-Leistung nach Angaben des Anbieters bei gleichen Kosten effektiv verdoppelt. Doch das sei nicht alles. "KI, die Kommunikation nur schneller macht, reicht nicht aus", sagt Björn Bröhl, CEO von Scompler Technologies. "Entscheidend ist, ob sie Kommunikation besser macht. Mit diesem Update stellen wir sicher, dass jeder Effizienzgewinn auch die strategische Ausrichtung stärkt – und genau das sorgt für echte Wirkung."

Das Update verbessere die Ergebnisqualität, die KI analysiere den verfügbaren Kontext gründlicher und liefere präzisere, strategisch fundiertere Ergebnisse mit höherer Faktentreue. Generierte Texte seien besser strukturiert und formatiert. Schließlich kommuniziere Scompler AI dialogorientierter als bisher und passe sich flexibel der jeweiligen Aufgabe an.

Ampyre

Die Berliner Kommunikationsberatung hat eine PR-Plattform lanciert, die Journalisten nicht über grob bezeichnete Ressorts findet, sondern über die Bedeutung ihrer tatsächlichen Inhalte. So soll PR nicht mehr im falschen Postfach landen. Presskid indexiert demnach etwa 50.000 Journalistenprofile in Deutschland, den USA und Großbritannien und analysiert deren Artikel mit einem semantischen Matching-System. Wer etwa nach Journalisten sucht, die über nachhaltige Verpackung in der Lebensmittelbranche schreiben, soll sie auch dann finden, wenn ihr offizielles Ressort schlicht "Wirtschaft" heißt.

Einen "An 500 Journalisten senden"-Button gibt es bei Presskid nicht. Jede E-Mail wird nach Angaben von Ampyre einzeln geprüft und vom Nutzer freigegeben, monatliche Pitch-Kontingente verhindern strukturell, dass die Plattform zur Spam-Maschine wird. Die KI-gestützte Pitch-Generierung liest das Unternehmensprofil, den gewählten Story-Winkel und die Arbeit des Journalisten und erstellt daraus einen personalisierten Entwurf. "Die KI nimmt dem Nutzer die Recherche ab, nicht das Urteil", sagt Ampyre-Mitgründer Henry Donovan. Über die direkte Gmail- und Microsoft-Integration versenden Nutzer ihre Pitches aus der eigenen Mailbox, eine integrierte Pipeline verfolgt jeden Kontakt vom Entwurf bis zur Antwort.

Tipp: Auf geht‘s in eine neue Saison der PR Report Awards! Wir suchen wieder die besten Arbeiten der Branche. Schicken Sie jetzt Ihre Cases, Kampagnen und Projekte ins Rennen! Einreichungen sind bis zum 20. Mai 2026 möglich, die Late Deadline endet am 10. Juni 2026. Insgesamt stehen diesmal 30 Kategorien zur Auswahl

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