Eine Jury des Bundesverbands für Medientraining in Deutschland (BMTD) hat zum fünften Mal die meistgeklickten Social-Media-Videos der Dax-40-Chefs bewertet.
Mit dem "CEO Video Excellence Award 2026" zeichnet der BMTD Timotheus Höttges aus. Der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Telekom AG ist mit seinem
Weihnachtsvideo "Tim on Ice", einem kreativen Rückblick als Eishockey-Spieler, -Trainer und in weiteren Rollen, erfolgreich gewesen. Platz zwei belegt Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström mit einem zweiminütigen
Video zum Capital Markets Day. Rang drei erreicht der Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing mit leicht verständlichen Antworten zu komplexen Fragen während eines
Interviews mit Bloomberg-TV.
Für die Rangliste hat die Jury aus Medientrainern das jeweils meistbetrachtete Video der Dax-40-Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2025 analysiert. Berücksichtigt wurden die Kanäle Linkedin, Youtube, Facebook und Tiktok. Die Basis bildet nach Verbandsangaben ein wissenschaftsbasiertes Bewertungsraster, das sich auf Erkenntnisse der Wahrnehmungsforschung und die Praxiserfahrung der Jurymitglieder stützt.
Tipp: Im neuen PR Report finden Sie eine ausführliche Analyse zum BMTD-Ranking. Was können sich andere von den Top Ten abschauen, wo gibt es Verbesserungspotenzial?Die Jury aus Kerstin Heuer, Janine Stolpe-Krüger, Antje Kröger, Katrin Prüfig, Ingo Bosch, Ulrich Grünewald, Stefan Klager und Oliver Niebuhr bewertete die drei Ebenen der Kommunikation – visuell, sprachlich, akustisch – anhand von Fragen wie: Wer nutzt überzeugend Körperhaltung und -spannung, Gestik, Mimik und Blickkontakt vor der Kamera? Wer vermittelt seine Botschaften klar und verständlich? Und wer punktet mit Stimme und Sprechweise? Pro Kategorie waren maximal 100 Punkte erreichbar.
Die wichtigsten Ergebnisse der BMTD-Analysen
Sprachliche Ebene: Die Besten haben verstanden, dass sie mit klaren und kurzen Botschaften ihre Ziele besser erreichen. Lange staatstragende Beiträge findet man immer seltener, fünf der Top-Ten-Videos dauerten nur etwa zwei Minuten. Dennoch besteht noch viel Verbesserungspotenzial: Nur bei gut der Hälfte (22 CEOs) kamen die gleichen Botschaften bei der Jury an. Das liegt meist an verschachtelten Sätzen, Passivkonstruktionen und Nominalstil sowie stiefmütterlich genutzten Mitteln wie Storytelling, Beispielen und Vergleichen. Positivbeispiel ist hier die zweitplatzierte Karin Rådström. Sie strukturiert ihr Statement durch drei eingeblendete Fragen und schafft es, den Capital Markets Day in einem Satz zusammenzufassen.
Visuelle Ebene: Zunehmend werden Social-Media-Trends und -Gepflogenheiten beachtet. So gibt es zahlreiche Videos, die vermeintlich auf die Schnelle gedreht sind – das Uninszenierte wird inszeniert. Beispiele sind die Making-ofs, mit „misslungenen“ Szenen von Telekom-CEO Höttges und Siemens-Chef Busch, sichtbar bewusst gestaltete Bildhintergründe und Auftritte vor Greenscreens in kleinen TV-Studios. Zudem treten immer mehr der Unternehmenslenker in legerer Kleidung auf.
Akustische Ebene: Hier gab es mit durchschnittlich 60,9 von 100 möglichen Punkten wie im Vorjahr (61,3 Punkte) die niedrigsten Bewertungen im Ranking. Häufig fehlt es beispielsweise an der Variation von Sprechgeschwindigkeit und -rhythmus, Wechsel der Betonungen und bewusst laut und leise gesprochenen Passagen. Häufige Ursache ist mangelnde Übung im Umgang mit dem Teleprompter. Da stimmen dann zwar die Fakten – dennoch hat das Publikum das Gefühl, dass das Gesagte nicht wirklich so gemeint ist. Zumindest die wichtigsten Botschaften sollten deshalb frei gesprochen werden, wenn notwendig durch Stichworte gestützt.
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