Omnicom legt Golin und Ketchum zusammen
Omnicoms PR-Netzwerk ordnet sich nach der Interpublic-Übernahme neu. Die Holding verschmilzt zwei ihrer bekanntesten Agentur-Marken.
Golin (ehemals IPG) und Ketchum (Omnicom) werden künftig als eine integrierte Einheit auftreten. Parallel dazu wird Porter Novelli (Omnnicom) als eigenständige Marke innerhalb von Fleishman Hillard (Omnicom) weitergeführt.
Golin und Ketchum sollen künftig unter gemeinsamer Führung Markenkommunikation, Health und Social anbieten. Golin-CEO Matt Neale übernimmt die Leitung der fusionierten Organisation. Die bisherige US-Chefin von Ketchum, Tamara Norman, wird globale Präsidentin. Der Name der neuen Agentur steht noch nicht fest. "Golin Ketchum" ist vorerst der Arbeitstitel.
OPR-CEO Chris Foster betont, man wolle "die Stärken beider Marken bewahren". Langfristig geht es jedoch klar um Integration statt Koexistenz.
Parallel dazu wird Porter Novelli enger an Fleishman Hillard angebunden. Die Marke bleibt bestehen, operiert jedoch künftig innerhalb der Fleishman-Struktur – mit geteilten Teams und gemeinsamen Angeboten zu Corporate Affairs, ESG, Reputation. Omnicom verspricht sich davon schnelleren Zugriff auf Spezialisten und weniger Reibungsverluste für Kunden.
Nicht Teil der aktuellen Maßnahmen ist Weber Shandwick (IPG). Die Agentur arbeitet weiter unter bestehender Führung.
Strategisch folgt die Neuausrichtung dem Muster der vergangenen Wochen: weniger Einzelmarken, mehr skalierbare Einheiten. Die fusionierte Superholding räumt gerade in allen Bereichen ordentlich auf. Foster spricht von Kundenwünschen nach "einfacherer Navigation", konsistenteren globalen Teams und schnellerem Zugang zu Expertise.
Im dritten Quartal meldete Omnicom für sein PR-Geschäft einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent auf 377,2 Millionen Dollar. Die Integration der IPG-Agenturen bietet nun die Gelegenheit, das Portfolio grundsätzlich neu zu ordnen – und Effizienzgewinne zu realisieren.
Für den Markt bedeutet es eine weitere Konsolidierungswelle. Die Ära vieler mittelgroßer Marken unter einem Holding-Dach weicht zunehmend Plattformmodellen. Weniger interne Konkurrenz, mehr Orchestrierung.
Was diese Veränderungen konkret für den deutschen Markt bedeuten, ist noch nicht bekannt. Es ist jedoch davon auszugeben, dass entsprechende Zusammenlegungen auch hierzulande stattfinden werden.
Autorin: Bärbel Egli-Unckrich, Chefredakteurin Campaign Germany. Bei diesem Artikel beruft sich Campaign Germany auf Informationen von PR Week, einem Schwestertitel von Campaign UK.