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News / "Die Geschichte liebt keine Maschinen"
Axel Löber, Kommunikationschef von Merck (Foto: Andreas Reeg)
21.01.2026   Wissen & Praxis
"Die Geschichte liebt keine Maschinen"
Zum 60. Geburtstag des PR Reports haben wir renommierte PR-Profis nach Meisterleistungen der Kommunikation gefragt. Axel Löber schreibt über den Erfolg der besseren Erzähler.
Im Dezember 1911 erreicht Roald Amundsen den Südpol. Präzise geplant, methodisch wie eine norwegische Entdeckermaschine. Er bringt seine Leute heil zurück, ein makelloser Triumph.
 
Doch die Geschichte liebt keine Maschinen. Sie liebt Helden – und Helden entstehen bisweilen durch Unglück. Robert Scott, Amundsens britischer Konkurrent und Zweiter am Südpol, liefert davon reichlich: Fehlplanung, Führungsschwäche, tragischer Tod im Eis. Alles, was man braucht für eine Legende.
 
Amundsen schreibt nüchterne Berichte, trocken wie ein Fahrplan. Scott hinterlässt Tagebücher, die schillernd vom heroischen Kampf gegen überwältigende Naturgewalten erzählen.
 
Ergebnis: Der Sieger bleibt blass, der Verlierer strahlt posthum. London errichtet Scott ein überlebensgroßes Denkmal. Amundsen hält Vorträge.
 
Geschichte schreiben nicht immer die Tüchtigen. Geschichte schreiben die besseren Erzähler. Amundsen hatte die Tat – Scott die Worte.
 
Wer das ganze Drama nachlesen will: Roland Huntford hat es in seinem glänzenden Buch „The Last Place on Earth“ festgehalten. Eine Pflichtlektüre, nicht nur für Historiker – auch für Führungskräfte, die glauben, Leistung spreche für sich.
 
Tipp: Legendäre Kampagnen, ikonische Marken, mächtige Narrative und Worte, die die Welt bewegten: Unser Special zu den größten Meisterleistungen der Kommunikation lesen Sie im PR Report 5/2025. Wir zeigen darin auch, welche zeitlosen Lehren sich daraus für die Praxis ableiten lassen.

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