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News / Der moralische Kompass
Stefanie Rupp-Menedetter, Kommunikationschefin von ProSiebenSat.1(Foto: Joyn/Marc Rehbeck)
23.01.2026   Wissen & Praxis
Der moralische Kompass
Zum 60. Geburtstag des PR Reports haben wir renommierte PR-Profis nach Meisterleistungen der Kommunikation gefragt. Stefanie Rupp-Menedetter schreibt über die Worte ihrer Mutter.
„Das Wichtigste in der PR ist es, immer anständig zu bleiben.“ Diese Worte gab mir meine Mutter – Gründerin einer der damals führenden PR-Agenturen Österreichs – mit auf den Weg.
 
Seither leitet mich dieser einfache Satz im beruflichen Alltag. Denn in einer Branche, in der Worte oft strategisch gewählt und Botschaften fein austariert werden, ist es genau dieser moralische Kompass, der den Unterschied macht.
 
Ein Paradebeispiel: der Tylenol-Fall von 1982. Nach mehreren Todesfällen durch vergiftete Kapseln reagierte Johnson & Johnson nicht mit Vertuschung, sondern mit Transparenz und Verantwortung – obwohl sie offiziell als nicht schuldig erklärt wurden. Sie riefen ihre Produkte zurück, informierten die Öffentlichkeit umfassend, und das Vertrauen ins Unternehmen blieb bestehen.
 
Gute Kommunikation braucht mehr als sprachliches Geschick. Sie braucht Haltung und Anstand. Gerade in Zeiten, in denen die KI unsere Meinungen immer umfassender formt, bleibt die Integrität unser stärkstes Werkzeug.
 
Tipp: Legendäre Kampagnen, ikonische Marken, mächtige Narrative und Worte, die die Welt bewegten: Unser Special zu den größten Meisterleistungen der Kommunikation lesen Sie im PR Report 5/2025. Wir zeigen darin auch, welche zeitlosen Lehren sich daraus für die Praxis ableiten lassen.

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