Im vergangenen Jahr hat die Agentur MSL eine interne Richtlinie zum Umgang mit der AfD erlassen. Deutschland-Chef Wigan Salazar hat diese nun untermauert.
Die Policy besagt: „Im Rahmen der Tätigkeit als Registrierte Interessenvertreterin oder Registrierter Interessenvertreter ist es Mitarbeitenden der MSL Group Germany GmbH untersagt, im Auftrag unserer Kunden proaktive Ansprachen an Abgeordnete, Abgeordnetenmitarbeiter oder Funktionsträger der Partei Alternative für Deutschland zu richten. Dies gilt insbesondere für proaktive Terminanfragen und Einladungen zu Stakeholder-Events.“
Salazar erklärte die Bekräftigung mit den massiven Zugewinnen der Partei bei der Bundestagswahl. Für Unternehmen stelle sich die Frage noch einmal neu, wie sie mit der AfD umgehen.
„Manche könnten sich überlegen, ob sie ihre bisherige Haltung ändern oder aufweichen sollen. Schließlich ist die AfD, was niemand leugnen kann, eine relevante politische Kraft“, so Salazar. „Unsere Bewertung ist klar. An der Sachlage hat sich nichts geändert. Nur weil die AfD mehr Stimmen auf sich vereinen kann, heißt das noch lange nicht, dass man sich mit ihr arrangieren muss. Im Gegenteil: mehr denn je sind Unternehmen in Deutschland gefragt, sich klar gegen diese Partei, die – das muss man in Erinnerung rufen – in Teilen vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft ist, zu positionieren.“
Eine dezidierte Richtlinie sei vor allem deshalb nötig, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, sagte Salazar im vergangenen Jahr: „Es gibt Unternehmen und Verbände, die für den Fall der Fälle die Fühler zur AfD ausstrecken wollen. Es gibt eine Strömung in der deutschen Wirtschaft, die die AfD für ganz okay hält. Davon möchten wir uns klar distanzieren. Deshalb ist diese Richtlinie so hart formuliert: Bei insistierenden Kunden – denen wir dann wohl eh kündigen müssten – können unsere Leute auf unsere Compliance verweisen.“
Man wolle sich „immunisieren“, um bestimmte Mandate nicht anzulocken.
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