Omnicom übernimmt IPG
Der Mega-Deal kurz vor Jahresende: Omnicom übernimmt die Interpublic Group und schafft so die größte Agenturgruppe der Welt, wie die beiden Unternehmen an der US-Börse offiziell bekannt gegeben haben.
Die beiden Agenturgruppen teilten mit, dass ihre jeweiligen Vorstände die Übernahme einstimmig genehmigt hätten und lobten in einer gemeinsamen Erklärung ihre „komplementären“ Vermögenswerte und Kulturen. Sie sagten, die kombinierte Gruppe werde das „führende Marketing- und Salesunternehmen“ der Welt mit weit über 100.000 Mitarbeitern.
Omnicom und IPG erwarten „jährliche Kostensynergien“ in Höhe von 750 Millionen Dollar. Es gab keine unmittelbaren Angaben darüber, wo die Kürzungen vorgenommen werden könnten. Es wird erwartet, dass das fusionierte Unternehmen eine Börsenkapitalisierung von über 30 Mrd. Dollar haben wird. Omnicom wird mit 20 Mrd. Dollar und IPG mit etwa 11 Mrd. Dollar bewertet, wobei der genaue Betrag, den Omnicom zahlt, noch nicht ganz klar ist. Laut einem Bericht des Wall Street Journal, das den Deal am Sonntagmittag leakte, soll der Kaufpreis zwischen 13 und 14 Mrd. Dollar liegen - obwohl IPG vorab mit 11 Mrd. bewertet wurde.
„Gemäß den Bedingungen der Vereinbarung erhalten die Aktionäre von Interpublic 0,344 Omnicom-Aktien für jede Interpublic-Stammaktie, die sie besitzen“, teilten die Unternehmen mit. „Nach Abschluss der Transaktion werden die Omnicom-Aktionäre 60,6 % des fusionierten Unternehmens besitzen und die Interpublic-Aktionäre 39,4 %, auf einer vollständig verwässerten Basis. Die Transaktion soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 abgeschlossen werden, so die Unternehmen.
John Wren, Chairman und Chief Executive von Omnicom, sagte: „Diese strategische Akquisition schafft einen bedeutenden Wert für beide Aktionärsgruppen, indem sie erstklassige, sich in hohem Maße ergänzende Daten- und Technologieplattformen kombiniert, die neue Angebote ermöglichen, um unsere Kunden besser zu bedienen und das Wachstum zu fördern. Durch diesen Zusammenschluss sind wir in der Lage, Innovationen zu beschleunigen und die bedeutenden Möglichkeiten zu nutzen, die durch neue Technologien in dieser Ära des exponentiellen Wandels entstehen. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um unsere Technologien, Fähigkeiten, Talente und geografischen Präsenzen zusammenzuführen, um unseren Kunden überlegene, datengesteuerte Ergebnisse zu liefern. Wir freuen uns, Philippe und das gesamte Interpublic-Team in der Omnicom-Familie willkommen zu heißen.“
Philippe Krakowsky, Vorstandsvorsitzender von Interpublic, ergänzt: „Dieser Zusammenschluss stellt eine enorme strategische Chance für unsere Stakeholder dar, da er unsere Investitionen in Plattformkapazitäten und Talente als Teil eines umfassenderen Netzwerks verstärkt. Unsere beiden Unternehmen ergänzen sich in ihren Angeboten, ihrer geografischen Präsenz und ihren Kulturen in hohem Maße. Wir teilen auch den grundlegenden Glauben an die Kraft von Ideen, die durch Technologie und Daten ermöglicht werden. Durch den Zusammenschluss mit Omnicom schaffen wir ein einzigartiges, umfassendes Dienstleistungsportfolio, das uns zum stärksten Marketing- und Vertriebspartner in einer sich schnell verändernden Welt machen wird. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit John und dem gesamten Omnicom-Team.“
Informationen von Campaign UK zufolge wird das zusammengeschlossene Unternehmen künftig von Omnicom-CEO John Wren geführt. Philippe Krakowsky, bisher CEO Interpublic, soll Co-Präsident werden, ebenso wie Daryl Simm, Präsident und Chief Operating Officer von Omnicom. Omnicom-Finanzchef Phil Angelastro soll Finanzchef der fusionierten Gruppe werden. Krakowksy und zwei weitere IPG-Direktoren sollen Sitze im gemeinsamen Vorstand einnehmen.
Omnicom hatte im Jahr 2023 einen Umsatz von 14,7 Mrd. Dollar, IPG respektive einen von 10,9 Mrd. Dollar. Das bedeutet, dass die kombinierte Gruppe einen Umsatz von über 25 Mrd. Dollar haben müsste - deutlich mehr als Publicis Groupe und WPP.
Wren ist der dienstälteste Chef einer Werbeagentur, er ist seit 1997 CEO von Omnicom. Krakowsky ist seit 2021 CEO von IPG. Omnicom hatte bereits im Juli 2013 Pläne für eine 35-Mrd.-Dollar schwere Fusion mit Publicis Groupe angekündigt, die jedoch im Mai 2014 scheiterte, weil man sich nicht einigen konnte.
Dieser Artikel erschien zuerst bei Campaign UK (Autor: Gideon Spanier) und wurde für den deutschen Markt adaptiert.