Please wait...
News / "Wiederholung bewirkt tödliche Langeweile"
Alexander Güttler ist geschäftsführender Gesellschafter und CEO der Düsseldorfer komm.passion-Gruppe
20.04.2015   News
"Wiederholung bewirkt tödliche Langeweile"
 
Innovationen in völlig unterschiedlichen Ausprägungen stehen im Zentrum der zweiten European Communications Convention (ECC). Auf dem internationalen PR-Kongress treffen Kommunikationsexperten vom 7. bis 9. Mai in Lindau, Rorschach und Bregenz zusammen und tauschen sich über neue Ideen und neue Konzepte, Innovationsmanagement und PR für Innovationen aus.

Um innovative PR geht es am Freitag, 8. Mai, im Schweizer Rorschach. Mit dabei sein wird komm.passion-CEO Alexander Güttler, der einen Vortrag unter dem Titel "The Innovation Hoax - Demanded but noch Appreciated" angekündigt hat.

Herr Güttler, die Ankündigung der Veranstaltung erweckt den Eindruck, als seien Innovationen etwas, was allen auf den Nägeln brennt. Dabei ist es doch vielmehr so, dass niemand etwas verändert, solange es nicht wirklich nötig ist.

Da haben Sie völlig Recht, der Umgang mit Innovationen ist sehr häufig eine völlig paradoxe Angelegenheit. Insbesondere im Bereich Kommunikation und Marketing wird oft Innovatives in den Kampagnen gefordert und dann gefragt - wie kürzlich bei einem großen Technologiekonzern -, wer das denn schon vorher umgesetzt habe, damit man auf der sicheren Seite sei.

Der Rückgriff auf Altbewährtes respektive auf die Erfahrungen damit ist doch nur natürlich. Was haben Sie daran auszusetzen?

Gerade im Bereich Kommunikation und Marketing bewirkt die Wiederholung des immer Gleichen schlicht und einfach, dass sie ihr Publikum tödlich langweilen. Gerade wir in der Kommunikationsbranche leben davon, immer wieder neue Ideen zu entwickeln, an denen man sich auch reiben kann und die letztendlich in der Lage sind, einen Dialog anzustoßen. Dies gilt insbesondere in unseren digitalen Zeiten.

Welche Überzeugungsarbeit ist nötig, wenn "echte" Innovationen umgesetzt werden sollen oder müssen?

Aus meiner Sicht ist es am besten, Alternativen klipp und klar aufzuzeigen. Wenn sie ein Problem haben, das nur durch eine echte Veränderung und einen mutigen Kommunikationsansatz gelöst werden kann, dann müssen sie gegebenenfalls ihren Klienten klar machen, was passieren würde, wenn er einfach weiter macht wie bisher oder versucht, das Problem aus der Welt zu kuscheln.

Sind Kommunikationsleute aufgeschlossener und/oder risikobereiter als ihre Klienten?

Eine Pauschalisierung wäre hier sicher falsch. Einen Vorteil, den mitunter die Berater haben, ist, dass sie einen größeren Überblick über die Aktivitäten in ganz verschiedenen Branchen haben und hier breit schöpfen können. Aber am Ende geht es sowieso nur gemeinsam, und dann ist jede Kampagne nur so gut, wie es Agentur und Klient zusammen hinbekommen.

Was ist denn die nächste große Veränderung, die in kommunikativer Hinsicht Neuerungen erfordert?

Mit dem Bedeutungsverfall in den klassischen Medien sowie der Möglichkeit, durch das Web für viel breitere Schichten - also auch für Agenturen und Unternehmen - selber Sender zu werden, geht auch der Zerfall in unglaublich kleine Kommunikationswelten einher. Dies wird in Zukunft nicht weniger, sondern mehr Navigation erfordern. Und natürlich viele Innovationen.

Mehr Informationen zum Programm der ECC gibt es auf der Website communications-convention.eu.

Magazin & Werkstatt