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18.03.2015   News
Bastian Obermayer ist "Wirtschaftsjournalist des Jahres"
 
Bastian Obermayer von der "Süddeutschen Zeitung" darf sich "Wirtschaftsjournalist des Jahres 2014" nennen. Der Reporter des Investigativressorts erhielt am Dienstag die Auszeichnung, die gemeinsam vom "MediumMagazin" und dem "Wirtschaftsjournalist" vergeben wird. Obermayer sei gleich an einer Reihe von wichtigen Wirtschaftsenthüllungen federführend beteiligt gewesen, hieß es von Seiten der Jury.

Zu Beginn des Jahres hatte Obermayer gemeinsam mit Uwe Ritzer den ADAC-Skandal aufgedeckt und im November federführend unter dem Stichwort Luxemburg-Leaks über Steuertricks internationaler Konzerne berichtet.

Vor der Affäre, berichtete Obermayer unlängst in einem Interview, war der ADAC "eine der letzten großen Institutionen der alten Bundesrepublik, zu der die Menschen scheinbar uneingeschränktes Vertrauen hatten". Das habe beim ADAC "zu einer Selbstüberschätzung geführt, "die man selten so schön beobachten konnte wie in den ersten Tagen der Affäre", als sich dessen Protagonisten "unfehlbar" fühlten. Zudem habe sich in den vergangenen 20 Jahren auch niemand dafür interessiert, dass die ADAC-Füh-rung aus dem Autofahrer-Club und "angeblichen Verbraucherschutzverein" einen "extrem profitgetriebenen Konzern" gemacht habe. Für Obermayer ein "krasser Widerspruch".

Am Ende führte Obermayers Veröffentlichung dazu, dass der Pressechef, der Präsident, der Geschäftsführer, der Personalchef und andere ADAC-Protagonisten ihren Hut nehmen mussten. Dazu kam eine grundlegende Reform des Clubs. Für Obermayer eine gute Entwicklung: "Allein schon, dass der alte, laute ADAC erst mal weg vom Fenster ist, der ständig seine Parolen in Sachen Tempolimit rauf und runter verbreitet hat und die Politik mit seinen Millionen Wählern unter Druck gesetzt hat - das finde ich eine großartige Folge unserer Recherche".

Die Auszeichnung für das Lebenswerk erhielt postum Winfried Wilhelm, langjähriger Mitarbeiter des "ManagerMagazins," der über mehrere Jahrzehnte die investigative Unternehmensrecherche in Deutschland prägte.

Jörg Howe (Daimler) wurde nach 2013 erneut als "Unternehmenssprecher des Jahres" ausgezeichnet. Den zweiten Platz belegte Christoph Zemelka von Bosch. Den dritten Platz teilten sich Maximilian Schöberl (BMW), Herbert Arthen (dm) und Jan Runau (Adidas).

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