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News / "Tools Rule(s)!"
Die Weber Shandwick-Delegation um Kreativchef Jan Dirk Kemming
16.03.2015   News
"Tools Rule(s)!"
 
Die SXSW ist auch ein gigantischer Showroom für neue Tools und Plattformen, die an andere Software-Stücke oder auch Prozesse andocken, diese einfacher machen oder in eine neue Zeit heben. Eine erhebliche neue Herausforderung für das Agenturmanagement, aber auch für Projekte ganz allgemein, ist effektives Filtern, Testen, Entscheiden, und auch das mit beschleunigten Innovationszyklen – vergleicht man das mit der alten Welt von Software-Versionen mit jährlichen Updates innerhalb bekannter Strukturen.

Mir ist diese Herausforderung noch einmal gewahr geworden, als ich mich intensiver in zwei Panels zur Prototyping-Frage auseinandergesetzt habe – eine Frage übrigens, die sich für viele in der PR, die auch digitale Lösungen anbieten, ja immer häufiger stellt. Die Aufgabe: Wie kann ich Vorstellungen oder erste Designs von Apps, Websites etc. Kunden verdeutlichen, die – das kommt gerade im wortwerkenden PR-Gewerbe ja bisweilen vor – keine ausgeprägte visuelle Vorstellungskraft haben, ohne dafür schon immer sehr tief (und ressourcenintensiv) ins "Pixel-Polishing" einzusteigen. Oder für komplexere Projekte: Wie kann ich unterschiedliche Prozessbeteiligte von Beratungsteams über die Kunden bis zu Front- und Backend in Designprozessen zusammenhalten?

Neue Prototyping-Tools sind hier die Lösung für die Zeit nach reinem lustigen Wireframing a lá basiliq, und die Auswahl an Tools von der Marvelapp bis Axure ist breit. Jede Entscheidung für das eine oder andere Tool hat allerdings gravierende Auswirkungen auf beteiligte Workflows: off- oder online (Cloud), Integration mit InDesign und Co, Technikkonzepte ja/nein etc. Wer trifft hier die Entscheidung und mit welcher Reichweite? Abteilungen wie IT, Design, Projektmanagement und Development müssen hier sehr eng funktionieren, um die richtige Wahl zu treffen, und diese Frage stellt sich halbjährig.

Ein anderes Beispiel: Die halbe Welt liebt slack als neues heißes Tool zur Organisation interner Kommunikationsprozesse. Slack wird bei SXSW gefeiert, und dieser Diskurs hat sogar schon das deutsche Feuilleton erreicht. Tolle Plattform, tolles Tool, tolle Idee, und nun? Was machen wir mit den anderen Tools wie Intranet, Emails, Facebook-Gruppen, Yammer oder internen Social Networks? Brauchen wir die noch? Schaffen wir die ab? Wie lange? Wie lange hilft Slack? Und wann stellen wir um? Was ist übrigens mit Lizenzen, Business-Modellen dahinter etc.? Was ist wann am besten?

Die Welt der Tools ist wie die Welt der Apps – sie ist unendlich geworden, und damit genauso unendlich komplex wie unendlich interessant. Diese Managementaufgabe braucht spezifische Kompetenz, und mein Gefühl ist, dass wir mehr und mehr neue CTOs brauchen – Chief Technology Officer, die sich immer mehr jenseits von Hardware und Software 1.0 um das Thema Tool-Testing und -management kümmern. Der Chief Tool Officer wäre eine tolle neue Management-Position, die Rules für Tools entwickelt – dringend needed!

Aus Texas berichtet Weber Shandwick-Kreativchef Jan Dirk Kemming
 

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