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News / "Ein Vorbild in der Kommunikation ist die Deutsche Bahn"
Lara Busch
25.09.2022   30u30
"Ein Vorbild in der Kommunikation ist die Deutsche Bahn"
Zehnte Runde unserer Nachwuchsinitiative #30u30. In diesem Jahr mit dabei: Freelancer Lara Busch.
Lara Busch arbeitet nicht nur als selbstständige Social-Media-Beraterin, sondern auch als Fashion- und Lifestyle-Bloggerin und Instagrammerin mit mehr als 50.000 Followerinnen und Followern. Seit Oktober 2021 ist sie Doktorandin bei Mercedes-Benz und schreibt an ihrer Dissertation zu polyphoner Kommunikation in Großunternehmen – momentan für sie mit Abstand das Wichtigste, wie die 27-Jährige sagt.

Betreut wird die Arbeit von Professor Ansgar Zerfaß aus Leipzig. Er sagt: "Lara Busch ist sehr erfolgreich in der Praxis der schnelllebigen Social-Media-Kommunikation. Der Kontrast zu einem Dissertationsprojekt, bei dem es um die systematische Erschließung der internationalen Literatur und die Etablierung eines komplexen Projektdesigns mit vielen Unbekannten geht, könnte kaum größer sein."
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Lara Busch im #30u30-Fragebogen
 
Stolz bin ich auf … meinen Werdegang. Meine Vergangenheit war nicht immer rosig, und ich war früh auf mich allein gestellt. Vor zehn Jahren hätte ich mir nicht erträumen können, so weit gekommen zu sein. Ich habe nie aufgegeben und mir selbst immer höhere Ziele gesetzt, die ich mittlerweile Schritt für Schritt erreiche.

Im Jahr 2033 werde ich … hoffentlich weiterhin gesund und glücklich sein und meine Dissertation erfolgreich beendet haben.

Der wichtigste Trend in der Kommunikationsbranche ist … der Fokus auf die kommunikative Befähigung jeglicher Mitarbeitenden eines Unternehmens. Das bereits in der Theorie diskutierte Konzept der Polyphonie muss in den Alltag der Kommunikationspraxis integriert werden, hier liegt in Zukunft eine große Herausforderung für die Kommunikationsabteilungen eines jeden Unternehmens.

Völlig überbewertet ist … für mich das Konzept einer 8-to-5-Arbeitszeitgestaltung sowie die Idee, dass Remote Work nur eine Krisenlösung ist. Glücklicherweise ist ein solches Konzept nicht mehr oft vertreten und ich bin froh, dass mein Arbeitgeber flexible Arbeitszeiten ermöglicht.

Ein Top-Arbeitgeber … muss die Talente eines jeden Mitarbeitenden erkennen und fördern. Dazu gehört, sich mit den Mitarbeitenden und deren Präferenzen auseinander zu setzen. Jede Person arbeitet anders. Um das volle Potenzial von Mitarbeitenden bestmöglich zu erreichen, muss sich das Unternehmen darauf einlassen, beispielsweise Arbeitszeiten, Arbeitsorte und Arbeitsgewohnheiten unter Umständen und nach Möglichkeit individuell anzupassen. Zudem schätze ich eine offene Fehlerkultur sehr. Sie schafft Raum für Entwicklung, Kreativität und Offenheit. Ein letzter wichtiger Punkt ist für mich das Thema Kommunikation. Mitarbeitende sollten stets das Gefühl haben, sich mit ihren Belangen an ihren Arbeitgeber wenden zu können. Offene, ehrliche und direkte Kommunikation (dazu gehört auch eine gewisse Schnelligkeit) sind aus meiner Sicht unerlässlich für einen Top-Arbeitgeber.

Meine Mentorinnen/Förderer sind … selbstverständlich mein Doktorvater, Prof. Dr. Ansgar Zerfaß, der mir seit Beginn meines Dissertations-Vorhabens mit Rat und Tat zur Seite steht. Das trifft ebenfalls auf meine aktuellen und ehemaligen Betreuer bei Mercedes-Benz zu, Karsten Mayer, Katharina Becker-Joachimiak sowie Katja Bott, die immer offen für meine Anmerkungen und Ideen sind. Stets an meiner Seite und gleichzeitig meine größten Förderer sind definitiv mein Onkel und meine Tante, Jochen und Christiane Ehrhardt, die immer für mich da sind und an mich glauben.

Ein guter Rat war, mehr im Hier & Jetzt zu leben. Durch die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft denken wir oft an morgen und vergessen, wie schön das heute ist. Das hat mir nicht nur persönlich, sondern auch im Berufsleben sehr geholfen, weil ich in kleineren "Zielen" denke und mich intensiver auf das konzentriere, was aktuell auf meinem Schreibtisch liegt. So bin ich auch offener für kommende Aufgaben.

Ein Vorbild in der Kommunikation ist …
- natürlich außer Mercedes-Benz ;) - aktuell für mich die Deutsche Bahn. Mit Offenheit, dem richtigen Zielgruppenverständnis und der richtigen Menge Humor schafft es das Unternehmen, den Zeitgeist zu treffen und insbesondere bei einer jüngeren Zielgruppe beliebter zu werden.

New Work bedeutet für mich … auf jeden Fall das Arbeitsmodell der Zukunft. Durch die Arbeit im Bereich Sozialer Medien kann ich schlecht um 17 Uhr meinen Laptop zuklappen und ihn erst am nächsten Tag wieder öffnen. In unserer aktuellen Zeit, in der Alles ständig mehr, schneller und lauter wird, muss sich meine Arbeitsweise dementsprechend anpassen und ein New-Work-Konzept kann das gewährleisten. So bin ich flexibel und kann die Arbeit täglich meinem Alltag sowie aktuellen Geschehnissen anpassen.

Meine Generation an Kommunikator:innen unterscheidet sich von bisherigen Generationen, weil … wir nicht nur mit Sozialen Medien aufgewachsen sind, wir leben Social Media. Wir stehen vielleicht erst am Anfang unserer Karrieren, und sicherlich fehlt uns noch Einiges an Berufserfahrung: In manchen Bereichen sind wir jedoch durch unser Heranwachsen so gut ausgebildet, dass wir wissen, wovon wir sprechen. Nichtdestotrotz haben wir eine realistische Einschätzung dessen, was wir können und was nicht. Nur weil wir gern unter anderen Bedingungen arbeiten, arbeiten wir nicht weniger gut.
 
Alle Porträts des aktuellen #30u30-Jahrgangs lesen Sie im PR Report


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