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Jonny Böhm
13.08.2022   Wissen & Praxis
„Wichtig ist ein schlauer Tool-Mix“
Jonny Böhm, Director Digital Marketing bei Fischer-Appelt, über unverzichtbare Werkzeuge und das beste KI-Tool.
Welche Technologie und KI-Tools sind für Ihre Arbeit unverzichtbar?
Mit der wachsenden Bedeutung von Daten und Technologie entstehen neue Möglichkeiten, Inhalte jeder Art zu erstellen und zu distribuieren. Das ist auch nötig, um den immer stärker fragmentierten und individualisierten Öffentlichkeiten zu begegnen. Um den optimalen Nutzen zu erreichen, haben wir den gesamten Produktionszyklus auf Basis der drei Attribute Daten, Technologie und Kreativität neu gedacht. Dabei wählen wir die Tools für jeden einzelnen Schritt in diesem Zyklus (Analyse, Planung, Konzeption, Produktion, Distribution und Reporting) aus und kombinieren sie. Wichtiger als das eine Power-Tool ist ein schlauer Mix verschiedener Tools und der zielgerichtete Umgang mit ihnen. Zu unserem festen Stack zählen unter anderen Statista, Best4Planning, Talkwalker, Sistrix, Civey, Appinio, Semrush, Factiva, Searchmetrics, Similarweb, Salesforce, Facelift, Falcon, Outbrain, die Business Manager der Social-Kanäle, Improvado, Supermetrics, Google Analytics sowie Google Data Studio.

Welches verdient aus Ihrer Sicht das Prädikat „bestes KI-Werkzeug“?  
Wir sind überzeugt, dass eine Kombination aus Mensch und Technologie die wirkungsvollste Kommunikation ermöglicht. Kreativität muss heute konvertieren und KI-Tools können dabei helfen. Neuroflash (Anm. d. Red.: Tool für die automatiserte Text-Erstellung, siehe Testbericht im PR Report 4/2022) macht zum Beispiel einen sehr guten Job. Die einfache Bedienung in Verbindung mit dem breiten Einsatzbereich ist ein sehr attraktives Angebot. Es ist toll, wenn mit KI-gestützten Tools Content Performances antizipiert und optimiert werden können. Dennoch treffen den perfekten Ton zwischen Zielgruppe und Absender nur Redakteurinnen und Redakteure. 

Von Alexa über DeepL bis Neuroflash – womit haben Sie gute und weniger gute Erfahrung gemacht?
DeepL beeindruckt mich jeden Tag aufs Neue. Die Qualität der Übersetzung ist beeindruckend und auch für komplexere Business-Korrespondenz ausreichend. Für unsere Kommunikationsprodukte setzen wir aber weiter auf die Kombination mit Native Speakern zur Qualitätssicherung. Persönlich bin ich immer noch von den Retargeting-Lösungen großer Vermarkter enttäuscht. Ich möchte keine Werbung für Laufschuhe mehr sehen, wenn ich den Funnel bereits abgeschlossen und Schuhe bestellt habe. Das nervt nicht nur, sondern verbrennt auch Mediabudgets.

Warum sollten sich PR-Profis noch mehr mit KI-Tools vertraut machen?
Im Marketing werden Entscheidungen häufig auf Basis valider Prognosen und messbarer KPIs getroffen. Diesem Performance-Druck kann sich PR nicht länger entziehen. Da herrscht Nachholbedarf. KI und Tools können helfen, die Plan- und Steuerbarkeit auch in dieser Disziplin deutlich zu verbessern. Zudem eignen sie sich dazu, potenzielle Krisen früh zu erkennen. Bis uns echte KI zuverlässig Arbeit abnimmt, werden noch einige Jahre vergehen. Aber die Entwicklung wird immer schneller.


Tipp: Bessere Inhalte, mehr Ideen, weniger Aufwand – im PR Report 3/2022 stellen wir Ihnen in einem großen Tool-Report 44 Arbeitshilfen und Werkzeuge vor, die Ihnen die PR-Arbeit erleichtern können.

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