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News / "Wir wollen anderen Mut machen, ebenfalls zu sich zu stehen"
Christian D. Weis
10.02.2015   News
"Wir wollen anderen Mut machen, ebenfalls zu sich zu stehen"
 
Das Mitarbeiternetzwerk für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle (GLBT) der Commerzbank Arco hat sich zum Ziel gesetzt, das Arbeitsklima in der Bank so zu gestalten, dass alle Mitarbeiter ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung "unbelastet ihrer Arbeit nachgehen und ihre beruflichen Ziele verfolgen können". Unlängst erläuterte Arco-Sprecher Christian D. Weis auf einem Podium des PRSH-Forums in Hannover, wie das Netzwerk arbeitet.

Inwiefern kann Arco eine eigene Stimme und Position jenseits der Commerzbank-Kommunikation entwickeln?

Wir sehen uns als Teil der Commerzbank und möchten nach außen auch so wahrgenommen werden. Extern treten die Sprecher und Mitglieder des Netzwerks als Rolemodels auf. Uns ist es wichtig, unser Anliegen authentisch zu vermitteln. Dabei sind wir sowohl das Gesicht von Arco, als auch auch Vertreter der Commerzbank. Wir arbeiten eng mit der externen Konzernkommunikation zusammen. Deren professionelle Unterstützung ist für uns wichtig. Intern haben wir einen eigenen Kommunikationsbereich im Intranet der Bank. Diesen nutzen wir, um unsere Netzwerksarbeit zu dokumentieren, zur Mitgliedergewinnung und Information aller Mitarbeiter.

Wie werben Sie im Unternehmen für das Engagement?

Als Netzwerk nutzen wir natürlich interne Kommunikationskanäle wie das Intranet und unsere Mitarbeiterzeitschrift, um intern für unser Engagement zu werben. Darüber hinaus hat Arco im Rahmen des Diversity-Managements auch eine Stimme bei Betriebsversammlungen, Azubiseminaren oder weiteren Mitarbeiterveranstaltungen. In diesem Jahr nehmen wir beispielsweise zum dritten Mal am Diversity-Tag der Bank teil. Am effektivsten sind jedoch die vielen Gespräche zwischen unseren Mitgliedern und den anderen Kolleginnen und Kollegen in der Bank. Kommunikative Leitidee ist für uns, dass wir dem Netzwerk Arco ein Gesicht verleihen wollen. Wir möchten anderen Mut machen, ebenfalls zu sich zu stehen.

Welche Rolle spielt Diversity Managment aus Ihrer Sicht für potenzielle Bewerber bei der Commerzbank?

Als Sprecher von Arco erreichen mich hin und wieder Mails von potenziellen Bewerbern, die explizit nach dem Klima in der Commerzbank fragen. Also, ob ein Outing ein Problem darstellt und wie die Haltung der Bank zu diesem Thema ist. Oft sind das junge Professionals, die mehrere Angebote bei verschiedenen möglichen Arbeitgebern haben und auch auf diese Faktoren achten. Dass dies ein wichtiges Thema ist, zeigt auch, dass an der Karrieremesse STICKS & STONES im letzten Jahr über 3.000 Besucher aus ganz Deutschland teilnahmen. Die Messe richtet sich an homosexuelle, aber auch an heterosexuelle Bewerber, die einen offenen und modernen Arbeitgeber suchen - also solche, die ein aktives Diversity Management nicht nur haben, sondern auch leben.

Arco ist gibt es seit 2002. Inwiefern hat sich für Unternehmen und in der Kommunikation der Zugang zum Thema Diversity Management bis heute verändert?

Seit der Gründung von Arco hat sich sehr viel getan. Arco ist inzwischen eines von insgesamt sieben Mitarbeiter-Netzwerken der Commerzbank. Der Diversity-Ansatz ist heute viel breiter und nicht mehr allein auf die Themen Frauen und Chancengleichheit fokussiert. Die Commerzbank gehört hier zu den Vorreitern. An dieser Entwicklung hat natürlich auch die Kommunikation einen elementaren Anteil. Sie trägt Themen in das Unternehmen hinein, klärt auf, informiert und stellt das Thema nach außen dar. Die Netzwerke sind wichtig, weil sie eine Bottom-Up-Strategie möglich machen, die essentiell für die Akzeptanz bei den Mitarbeitern ist. Aber auch Top-Down findet das Thema große Unterstützung. So hat der Vorstand beispielsweise Arco schon früh mitbegleitet und deutlich gemacht, dass im Unternehmen keine Diskriminierungen geduldet werden.

Christian D. Weis ist Sprecher des Arco-Netzwerks für Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle (GLBT) im Commerzbank Konzern, das in der Bank parallel zu deren Diversity Management existiert
 

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