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Béla Anda
04.03.2022   News
Béla Anda stoppt Podcast mit Gerhard Schröder
Schröders früherer Regierungssprecher Béla Anda hat den gemeinsamen Podcast "Die Agenda" mit dem Ex-Bundeskanzler gestoppt. Agenturen trennen sich von russischen Kunden. Einige Notizen zum Ukraine-Krieg aus der PR-Welt.
Nachdem sein Büroleiter und Redenschreiber Albrecht Funk sowie weitere Mitarbeiter ihren Dienst bei Altkanzler Gerhard Schröder (77), der als ein  Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt, quittiert haben, rückt nun auch sein langjähriger Pressesprecher Béla Anda (58) von ihm ab. Nach Informationen der Nachrichtenagentur spot on news stoppte Anda mit sofortiger Wirkung die Produktion des gemeinsamen Podcasts "Die Agenda". Andas PR-Agentur ABC Communication bestätigt die Nachricht. Eine Weiterführung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Die bislang wöchentlichen und rund halbstündigen Podcast-Folgen erschienen laut kress.de seit Mai 2020 immer dienstags und erreichten zuletzt mehr als 360.000 Abonnenten bei über einer Million Downloads. In "Die Agenda" sprachen Schröder und Anda über "Aktuelles und Vergangenes, über sein heutiges Leben, seine Erfahrungen und Ansichten". Anda war auch für die Social-Media-Aktivitäten des Altkanzlers bei Linkedin verantwortlich.

Anda wirkte während der rot-grünen Koalition unter Schröder als Regierungssprecher und Chef des Bundespresseamtes. Kern seiner Amtszeit von 2002 bis 2005 war die Kommunikation der Agenda 2010. Mit 22 Jahren war Anda bereits Politik-Chef der "Welt am Sonntag", später arbeitete er als Chefreporter und Ressort-Leiter bei "Bild", zuletzt als Mitglied der Chefredaktion, zuständig für Politik und Wirtschaft. Seit 2016 leitet Anda die von ihm gegründete PR-Agentur Anda Business Communication.
 
Auch Ringier distanziert sich
Indes hat das Schweizer Medienunternehmen Ringier das Beratermandat von Schröder auf Eis gelegt. "Ringier sistiert das Beratermandat mit Altbundeskanzler Gerhard Schröder per sofort und bis auf Weiteres. Dies in gegenseitigem Einvernehmen", heißt es in der zweizeiligen Mitteilung. Schröder war seit 2006 für Ringier tätig.
 
2017 hatte ein Ringier-Sprecher Schröders Aufgabe so umrissen: Schröder berate als "erfahrener Staatsmann mit herausragenden politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen" den Verleger und die Geschäftsleitung "mit seinem umfassenden Know-how im Bereich der internationalen Geschäftsfelder".
 
Weitere Agenturen beenden Arbeit für russische Kunden
Nachdem es Anfang der Woche Berichte darüber gab, dass Agenturen und Lobby-Beratungen in den USA sich von russischen Kunden trennen, geschieht das auch in Großbritannien. Wie die englische "Financial Times" schreibt, soll Brunswick den Vertrag mit dem Pipeline-Projekt Nord Stream 2 aufgelöst haben. 
 
FTI Consulting erklärte laut "FT", dass es "unter bestimmten Umständen technisch zulässig sei, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die sogenannten sektoralen Sanktionen unterliegen, aber "wir haben die Entscheidung getroffen, nicht für diese Unternehmen zu arbeiten". Man sei dabei, alle aktuellen Verbindungen mit nicht sanktionierten russischen Unternehmen zu überprüfen, "und wenn es angemessen ist, sich aus diesen Angelegenheiten zurückzuziehen, werden wir das tun". Es würden keine neuen russischen Unternehmen als Kunden akzeptiert.
 
Die "FT" zitiert einen nicht namenlich genannten Chef einer anderen Agentur über die Arbeit mit russischen Kunden: Es sei nicht klar, "ob wir bezahlt werden können und welche Arbeit wir überhaupt für sie machen können".
 
Fleishman Hillard: Rückzug aus Russland
Laut dem englischsprachigen Branchenmedium "PRovoke" hat sich Fleishman Hillard bereits im vergangenen Jahr von ihrer Moskauer Tochtergesellschaft Fleishman Hillard Vanguard getrennt.

"PRovoke" zitiert die Agentur wie folgt: "Fleishman Hillard verurteilt Russlands Invasion und Verletzung der Souveränität der Ukraine. Wir hoffen, dass bald eine Lösung gefunden wird, die die Freiheit der Ukraine respektiert und das Leben der Menschen dort schützt. Wir haben uns 2021 von unseren Anteilen an einer Tochtergesellschaft in Russland getrennt. Wir besitzen keine Betriebe und haben keine Mitarbeiter in Russland oder der Ukraine. Unseres Wissens vertreten wir derzeit keine Kunden aus Russland, Donezk, Luhansk oder Weißrussland und haben auch keine Kunden auf den kürzlich aktualisierten Sanktionslisten. Darüber hinaus wird Fleishman Hillard keine Aufträge für russische, in Luhansk oder Donezk ansässige Unternehmen oder Einzelpersonen oder für Unternehmen oder Investmentfonds in mehrheitlich russischem Besitz annehmen."


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