Der russische Überfall auf die Ukraine schockt die Welt. Einige Notizen aus der internationalen PR-Szene.
Der internationale Dachverband der PR-Agenturen (ICCO) hat die Mitgliedschaft des russischen Verbands AKOS mit sofortiger Wirkung auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Organisation reagierte damit "auf den illegalen Einmarsch Russlands in die Ukraine und die eklatante Verletzung des Völkerrechts". Laut ICCO-Exekutivausschuss habe AKOS es versäumt, sich von den Aktionen der russischen Regierung zu distanzieren.
ICCO-Präsident Nitin Mantri (Foto) sagte: "Unsere Gedanken sind bei all denjenigen, die unter den Folgen der Invasion leiden. Diese Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen. Die ICCO möchte öffentlich ihre Unterstützung für eine große Zahl russischer Kommunikationsfachleute zum Ausdruck bringen, die sich gegen die Maßnahmen ihrer Regierung stellen. Wir müssen jedoch jede Agentur, die an der Verbreitung von Fehlinformationen oder der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung beteiligt ist, scharf verurteilen."
Der deutsche Agenturverband GPRA ist Mitglied der ICCO.
PR-Verband PRCA warnt Mitglieder
Die in London ansässige Public Relations and Communications Association (PRCA) hat ihre Mitglieder gewarnt, dass ihnen der Ausschluss drohe, wenn sie mit russischen Organisationen zusammenarbeiten, die auf der Sanktionsliste stehen. Der Verband hat seine Mitglieder außerdem aufgefordert, die Folgen für ihren Ruf zu bedenken, wenn sie für Unternehmen arbeiten, die zwar nicht sanktioniert sind, aber dennoch Verbindungen zur russischen Regierung haben.
"Das Vorgehen der russischen Regierung in der Ukraine ist ein entsetzlicher Angriff auf die Menschlichkeit, und die PRCA steht fest an der Seite der Ukraine und der Verteidigung ihrer Souveränität", hieß es in einer Mitteilung.
Die PRCA habe das ukrainische Außenministerium in den letzten Tagen durch die Koordinierung von freiwilliger Kommunikationshilfe unterstützt. Mehr als 100 PRCA-Mitglieder aus aller Welt hätten praktische Hilfe angeboten.
PRCA-Generaldirektor Francis Ingham sagte: "Wir dürfen uns keinen Illusionen hingeben, Russland ist jetzt ein Pariastaat. PRCA-Mitglieder auf der ganzen Welt halten Standards und Prinzipien aufrecht, die mit den derzeitigen Aktivitäten des Kremls unvereinbar sind. Alle Branchen haben die moralische Verpflichtung, ihre Verbindungen zur russischen Regierung zu kappen. Aber das Gewicht dieser Verantwortung fällt schwer auf PR und Kommunikation. Die russische Regierung hat einen Informationskrieg gegen die Ukraine geführt, und unsere Branche hat die Pflicht, die vom Kreml ausgehenden Desinformationen zu bekämpfen. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine und vielen unserer russischen Kollegen, die sich den verwerflichen Handlungen ihrer Regierung von ganzem Herzen widersetzen."
US-Agenturen kündigen russischen Kunden
Laut dem englischsprachigen Branchenmedium "PRovoke" haben mehrere in Washington ansässige Lobbyfirmen, darunter Mercury Public Affairs (Omnicom), Qorvis (Publicis Groupe) und FTI, ihre Zusammenarbeit mit russischen Kunden gekündigt, um den US-Sanktionen gegen die Unternehmen nachzukommen.
Ressourcenmangel arbeitet ehrenamtlich
Die Firma Wunderflats, laut Eigenbeschreibung eine Plattform für möbliertes Wohnen auf Zeit, hat eine Website erstellt, um geflüchteten Menschen aus der Ukraine schnell und unbürokratisch eine Unterkunft zu vermitteln. Auf der Website
"Wohnraumaktion für ukrainische Geflüchtete" können Vermieterinnen und Vermieter freien Wohnraum melden. Wunderflats organisiert die Vermittlung. Die Berliner Agentur Ressourcenmangel unterstützt das Unternehmen ehrenamtlich.
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