Please wait...
News / GWPR: Gleichstellung verlangsamt sich
Angela Oakes (Foto: globalwpr.com)
20.01.2022   News
GWPR: Gleichstellung verlangsamt sich
Für Frauen, die in PR und Kommunikation arbeiten, sind die Hürden auf dem Weg in Führungsetagen nach wie vor hoch. Das soll der "Jahresindex 2021" des Netzwerks Global Women in PR (GWPR) mit Angela Oakes an der Spitze zeigen.
Die Erhebung fand laut GWPR über eine von der Marktforschungsagentur Opinium entworfene Online-Umfrage statt, die das Netzwerk verbreitete. Zwischen Juli und September 2021 sprach GWPR mit 430 PR-Fachleuten weltweit, von denen 61 Prozent auf Direktorenebene arbeiten. Die Umfrage ergab, dass sich bezüglich einer ausgeglichenen Vorstandsetage und einer Erhöhung der Anzahl weiblicher Führungskräfte nur sehr wenig geändert hat. In einer globalen Branche, die zu zwei Dritteln weiblich ist, sind die Vorstandsmitglieder nach wie vor mehrheitlich männlich.

Weitere Ergebnisse:
- Für Frauen stellen weiterhin die Kinderbetreuung oder andere Betreuungspflichten das größte Hindernis beim Aufstieg in Führungspositionen dar. Drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass vor allem starre Arbeitszeitgestaltung und familienfeindliche Politik den Aufstieg von Frauen in leitende Positionen verhindern. Eine ähnliche Anzahl glaubt, dass die fehlende Work-Life-Balance in einer leitenden Position ein weiteres Hindernis darstellt.
- Beim Vergleich des beruflichen Werdegangs von Müttern und Vätern sind die Geschlechterunterschiede nach wie vor stark ausgeprägt. Die Hälfte der PR-Experten ist der Meinung, dass Mütter langsamer befördert werden, während das nur vier Prozent von Vätern glauben.
- Frauen, die in PR-Agenturen arbeiten, scheinen bessere Aufstiegschancen zu haben als ihre Kolleginnen, die in Unternehmen oder Organisationen arbeiten. Sie werden mit doppelter Wahrscheinlichkeit schneller befördert und erreichen mit doppelter Wahrscheinlichkeit eine Vorstandsposition.
- Viele glauben auch, dass mangelnde Transparenz Frauen aus höheren Positionen fernhält, da sie bezüglich Beförderungen tendenziell weniger proaktiv sind als Männer.
- Flexible Arbeitsmöglichkeiten gelten als wichtigster Gesichtspunkt, um mehr Frauen die Übernahme von Führungspositionen zu ermöglichen. Dieser Aspekt belegt dieses Jahr den Spitzenplatz, vor "mehr ältere weibliche Vorbilder", der letztes Jahr ganz oben stand. Andere Aspekte, die den beruflichen Aufstieg von Frauen unterstützen, sind Mentoring-Programme, größere Anerkennung der Probleme der Geschlechterungleichheit und Weiterbildungsmöglichkeiten.

"Mit den Veränderungen zu flexibleren Arbeitsmodellen durch Covid und der Anerkennung, dass Frauen und eine wirklich vielfältige Belegschaft einen Unterschied für die Profitabilität eines Unternehmens machen, ist Licht am Ende des Tunnels", lässt Angela Oakes, erste Vorsitzende und Mitbegründerin von GWPR, in einer Mitteilung verlauten. "Wir hoffen, dass unser Jahresindex 2022 zeigt, dass das Pendel für alle in unserer Branche, die immer noch zu zwei Dritteln weiblich ist, auf der richtigen Seite ausschlägt."
 
Exklusive und aktuelle Nachrichten aus der Kommunikationsszene gibt es jeden Mittwoch und Freitag in unserem Newsletter. Kostenlos abonnieren unter http://www.prreport.de/newsletter/

Magazin & Werkstatt