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20.10.2021   Karriere
"Wir orientieren uns lieber an den Stärken"
Was war Ihr lehrreichster Fehler? Welcher Satz von Bewerberinnen und/oder Mitarbeitern nervt am meisten? Wo hat der Nachwuchs Defizite? Renate Sommer, Geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur Script Corporate + Public Communication, antwortet in unserem Karriere-Fragebogen.
Verändert die Corona-Krise den Arbeitsmarkt in PR und Kommunikation?
Sommer: Die Arbeitswelt insgesamt verändert sich. Corona hat da einiges beschleunigt, vor allem in Sachen hybrider Arbeitsmodelle. Das gilt auch für unsere Branche. Was wir bei uns erleben, ist, dass insbesondere die interne Kommunikation an Bedeutung gewonnen hat. Das wird auch so bleiben, denn damit die Transformation gelingt, muss man vor allem sehr gut erklären, wie es weitergeht.

Sind Berufs-Einsteigerinnen und -Einsteiger sowie Young Professionals in der Kommunikation die Verlierer der Corona-Krise?
Das sehe ich nicht so. Sie kommen in einer Zeit in den Beruf, in der es sehr viel Kommunikationsbedarf und Gestaltungsspielraum gibt.

Welche Fähigkeiten/Qualifikationen sind wegen oder in Folge von Corona in der Kommunikation besonders gefragt?
Die grundsätzlichen inhaltlichen Anforderungen haben sich aus unserer Sicht nicht geändert. Vielleicht hat sich in der Pandemie der Blick dafür geschärft, dass Kommunikation immer Substanz braucht, um zu überzeugen. Was wir in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden erleben, ist, dass sie echte Kollaboration schätzen. Wir verstehen uns als Kolleg*innen auf Zeit, die sich die Themen der Unternehmen zu eigen machen.
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Tipp: Renate Sommer ist zu Gast beim PR Report Camp 2021. Auch in diesem Jahr findet die wichtigste Groß-Veranstaltung für den Nachwuchs und für Young Professionals komplett digital statt: vom 2. bis 5. November. Mit dabei sind viele renommierte Top-Profis aus Agenturen und Unternehmen, die in Ask-me-Anything-Sessions gelöchert werden können. Auch Renate Sommer. Jetzt kostenlos anmelden!
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Mit Blick auf den Nachwuchs/Young Professionals: Wo sehen Sie die größten Defizite?
Jede pauschale Aussage dazu wäre falsch. Wir orientieren uns lieber an den Stärken und setzen da an, diese auszubauen. 

Eine Fähigkeit, die ein moderner Kommunikationsprofi unbedingt braucht, aber an der Universität nicht lernt:
Wichtig ist für mich die Fähigkeit, auf Basis von Informationen eine Analyse vorzunehmen und daraus eine eigene Haltung zu entwickeln. Ob das jetzt im Lehrplan der Uni steht, ist für mich nicht relevant. Es ist jedenfalls wichtig, diese Fähigkeit mitzubringen und im Job kontinuierlich auszubauen.

Ihre wichtigste Lehre aus der bisherigen Corona-Zeit:
Als Kommunikator*innen können wir etwas, das andere Fachbereiche nicht können: Ein Gesamtbild zeichnen, verständlich erklären und Zuversicht erzeugen. 


Unabhängig von Corona: Der schlechteste Rat, den Sie je bekommen haben: Schlechte Ratschläge merke ich mir nicht.

Ihr lehrreichster Fehler in Ihrer bisherigen Laufbahn: Mein lehrreichstes Learning aus verschiedenen größeren und kleineren Fehlern ist, immer meinem Instinkt zu vertrauen: Wenn der Bauch sagt, du solltest zum Beispiel nochmal über das Konzept nachdenken, aber eigentlich ist keine Zeit mehr – finde die Zeit.

Die wichtigste Mentorin/der wichtigste Förderer in Ihrer Laufbahn:
Ich habe mich bisher von vielen Menschen unterstützt gefühlt – und das ist auch heute noch der Fall.  

Die wichtigste Frage, die Sie in jedem Bewerbungsgespräch stellen, lautet:

Was ist Dein Herzensprojekt? Mich interessiert, was Menschen wirklich antreibt. Das sagt viel mehr darüber aus, ob wir für die Person ein guter Ort sind, als Bewerbungsratgeber, die empfehlen, sich an den potenziellen Arbeitgeber anzupassen - was ich für falsch halte.

Dieser Satz von Bewerberinnen/Bewerbern und/oder Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern nervt Sie am meisten:
Wen nervt, was Menschen sagen, ist in der Kommunikation und in meiner Rolle vermutlich nicht ganz an der richtigen Stelle. Was ich mir wünsche, sind Kolleg*innen, die Probleme nicht nur erkennen, sondern auch Lösungsvorschläge machen.

Einen miesen Chef/eine miese Chefin erkennt man an ... einem miesen Bauchgefühl.

Welches Buch sollten Kommunikationsprofis unbedingt gelesen haben und warum?

Yuval Harari, "Eine kurze Geschichte der Menschheit", weil es deutlich macht, welche Rolle Kommunikation beim Gelingen gemeinsamer Vorhaben spielt.

Welchen Film sollten Kommunikationsprofis unbedingt gesehen haben und warum?

"Forrest Gump". Denn das Leben ist eben wie eine Pralinenschachtel und es ist wichtig, dass Kommunikatoren ohne Zögern in die Schokolade beißen und gut erklären, wie das schmeckt und warum es auch nicht schlimm ist, wenn was nicht schmeckt.
 
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