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Saskia da Costa Zuzarte
15.10.2021   30u30
"Die Linkedin-Marketing-Blase ist überbewertet"
Neunte Runde unserer Nachwuchsinitiative #30u30. In diesem Jahr mit dabei: Saskia da Costa Zuzarte von der Agentur K12.

Saskia da Costa Zuzarte liebt das geschriebene Wort genauso wie das gesprochene – Hauptsache, es wird zielgerichtet eingesetzt. Dann, davon ist die 28-Jährige überzeugt, kann Kommunikation viel verändern. Während ihres Studiums sammelte sie über Praktika und Nebenjobs Erfahrung bei Radio, TV und Zeitung. Nach dem Bachelor folgte ein Volontariat bei der Agentur Muehlhaus Moers. Seit 2018 ist da Costa Zuzarte bei K12.

Besonders das Trend-Thema Podcasts hat sie in der Agentur aufgebaut – strategisch wie operativ und mit viel Herzblut. "Nebenbei" macht sie derzeit ihren Master in Communications & Leadership und unterstützt einen Kreisverband der Grünen bei der digitalen Kommunikation. Wegbegleiter bescheinigen ihr eine ausgeprägte "Wir machen das jetzt"-Attitüde: Sie sei die Verkörperung des Begriffs "Eigeninitiative".


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Saskia da Costa Zuzarte im #30u30-Fragebogen

Stolz bin ich auf ... meinen Wissensdurst! Der ist niemals gestillt und ein toller Antrieb, um mich weiterzuentwickeln. Und der sorgt auch dafür, dass ich selbst Fuckups als Bereicherung sehe.

Im Jahr 2030 werde ich ... hoffentlich endlich den alten Mercedes-Bus ausgebaut haben, der seit einigen Monaten auf mich wartet – und dann mobil arbeitend durch die Welt reisen.

Der wichtigste Trend in der Kommunikationsbranche ist ... kein Trend, sondern eine viel zu oft übersehene Eigenschaft: Empathie. Für einen selbst, für Kolleg:innen und alle Stakeholder, die man erreichen will. Wer weiß, was die/der Andere denkt/fühlt/braucht/will, kann kommunikativ genau darauf eingehen.

Völlig überbewertet ist ... die Linkedin-Marketing-Blase. Ja, ich liebe das Netzwerk. Aber da gibt es ziemlich viel Selbstdarstellerei. Ein wenig Abstand zu diesem – und allen weiteren Sozialen Netzwerken – tut sehr gut. Und das sage ich mit beruflichem Fokus auf digitale Kommunikation!

Ein Top-Arbeitgeber muss ... nicht nur von Diversität, Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung und vielem weiteren reden, sondern auch handeln. Gerade in der Agenturbranche gibt es noch zu viele Schwarze Schafe, die die Ambitionen junger Menschen nahezu ausnutzen. Zum Glück werden wir selbst immer bewusster dafür, was uns an Werten und Kultur in Unternehmen wichtig ist – und können das bestenfalls aktiv mit einbringen.

Leadership bedeutet für mich, offen, manchmal auch verletzlich, empathisch und fördernd zu sein. Nicht zu befehlen, sondern zu bewegen. Dabei ist das eigene Ego manchmal im Weg – was ich aber nicht schlimm finde. Wir können uns nicht komplett von unserem Ego freimachen, Leader sind auch nur Menschen. Wenn wir diese Menschlichkeit im Miteinander als das höchste Gut betrachten, kann jede:r im besten Sinne gefördert werden und sich einbringen.

Meine Mentorinnen/Förderer: Über mein berufsbegleitendes Studium durfte ich Claudia Kepp, Pressesprecherin bei Save the Children, kennenlernen. Durch sie erhalte ich viele neue Impulse und werde dazu angeregt, meine eigenen Strukturen zu hinterfragen. Daneben habe ich in meinen tollen Kolleg:innen bei K12 Förder:innen gefunden, die neue Ideen begeistert aufnehmen. Das ist unglaublich viel Wert!

Ein guter Rat war, mehr Fragen zu stellen, als Antworten geben zu wollen. Letzteres passiert mir leider immer noch manchmal. Das mag auch an meiner Profession liegen. Aber: Wer Fragen stellt und aufmerksam zuhört, kann viel mehr gewinnen.

Ein Vorbild in der Kommunikation ist ... mein Chef und Leiter des Digital-Teams bei K12, Jörg Hoewner. Zum einen, weil er Dinge auf den Punkt und mit nur wenigen Worten erklären kann, so dass alle sie verstehen. Eine echte Gabe in der Kommunikation, wo man auf einige Viel-Redner:innen trifft. Zum anderen, weil er nicht micro-managed, sondern Vertrauen in seine Mitarbeitende und Kolleg:innen hat. Wäre unser Team ein Dorf, dann wäre er der Hirte, der immer auf das Wohlergehen achtet, aber nicht jedem Schaf permanent hinterherläuft.

Meine Lehre aus der Corona-Krise: Miteinander sprechen – immer und noch mehr als zuvor, wenn man digital arbeitet. Die Kommunikation mag am Anfang "zu viel" wirken, aber sie hilft dabei, dass sich jede:r gesehen und abgeholt fühlt. Das gilt auch für halbgare Gedanken oder Prozesse, die noch laufen. Besser ein "Darauf habe ich gerade noch keine Antwort", als ein "Überraschung, hier ist das Endergebnis".
 
Alle Porträts des aktuellen #30u30-Jahrgangs lesen Sie im PR Report.


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