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News / "Purpose ist nicht mehr nur Selbstzweck"
Jule Bolzenius
13.10.2021   30u30
"Purpose ist nicht mehr nur Selbstzweck"
Neunte Runde unserer Nachwuchsinitiative #30u30. In diesem Jahr mit dabei: Jule Bolzenius von der Agentur The Trailblazers.
Weibliche Gründerinnen scheinen nach wie vor eher die Minderheit. Doch Jule Bolzenius zeigt, dass die Selbstständigkeit eine vielversprechende Option für Talente sein kann. 2020 hat die 26-Jährige mit Kristof Albrink und Jannis Johannmeier The Trailblazers gegründet. Als Head of Operations kümmert sich Bolzenius vor allem um Organisation und Strukturen.

Die Trailblazers formulieren in einem mit der Agentur Hypr verfassten "Manifest" einen hohen Anspruch: "PR hat die Aufgabe, das öffentliche Bild von Unternehmen und Personen im besten Sinne mitzugestalten. Doch die Branche scheitert gerade daran, sich selbst und ihrer Rolle gerecht zu werden – wir wollen das ändern." Und weiter: "Wir glauben, eines der wichtigsten Ziele unserer Branche ist es, die Welt im Rahmen unserer Beobachtungen und Möglichkeiten besser zu machen."
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Jule Bolzenius im #30u30-Fragebogen

Stolz bin ich auf ... die Gründung von The Trailblazers. Ich empfinde aber eher Glück als Stolz. Denn ich bin glücklich, wenn ich selbst gestalten kann und ich nicht eingeschränkt bin durch vorgegebene Strukturen, Vorgesetzte oder die "Das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht"-Hürde.

Im Jahr 2030 werde ich ... die Mitte meiner 30er erreicht und schon begonnen haben, eine Familie zu gründen. Gleichzeitig möchte ich immer Weiteres zu unserer Zukunft beitragen, sei es in Form von innovativen Projekten, dem Aufbau weiterer Unternehmungen und/oder der Unterstützung anderer Menschen. Mein Ziel ist es zudem, dafür zu sorgen, dass Beruf und Familie bei uns in der Agentur immer vereinbar sind. Dafür brauchen wir noch flexiblere Arbeitsmodelle und andere mögliche Strukturen.

Der wichtigste Trend in der Kommunikationsbranche ist, dass Kommunikation weniger als Verkaufstreiber gesehen wird, sondern vielmehr als Basis eines Unternehmens. Der viel bemühte Purpose kommt in vielen Unternehmen mehr und mehr zum Vorschein und ist glücklicherweise nicht mehr nur Selbstzweck.

Völlig überbewertet ist ... die Debatte, ob Unternehmen PR brauchen. Auch wenn Tesla es vormacht, sollte es für die meisten Unternehmen gar nicht infrage kommen, am Wert der PR zu zweifeln. Das Bild in der Öffentlichkeit muss gestaltet werden, und zwar von Profis.

Ein Top-Arbeitgeber muss ... sich in das Leben seiner Mitarbeiter:innen einfügen und nicht andersherum. Das bedeutet, der Arbeitgeber muss seine Strukturen, Prozesse und Arbeitsweisen individuell auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter:innen anpassen. Die Zeiten des 9 to 5 im Büro zuzüglich Überstunden und das zusätzliche Arbeiten am Wochenende sind vorbei. Es gilt, immer neue Arbeitsmodelle zu schaffen an unterschiedlichen Orten mit variablen Zeiten und individuellen Vorteilen. Er muss Visionen teilen, offen und transparent sein, Erwartungen managen, Sicherheit bieten und trotzdem flexibel sein.

Meine Mentorinnen/Förderer sind ... Stefan Bolzenius, Kristof Albrink und Jannis Johannmeier.

Zur Gründung einer eigenen Agentur bewegt hat mich: Wir haben The Trailblazers gegründet, weil wir daran glauben, dass Kommunikation nur gelingt, wenn auf Augenhöhe mit den Partner:innen gearbeitet wird. Das heißt für mich: kritisch, offen und ehrlich. Wir wollen Innovationen größer machen, die die Welt braucht, und nicht nur die, die maximal Profit erwirtschaften. Dazu treten wir dafür an, dem Beruf des Kommunikators wieder mehr Reputation zu verleihen. Wir sehen uns als Treiber der digitalen Transformation und nicht als eine ausgelagerte Pressestelle. Ein anderer großer Baustein ist die Agentur als Arbeitgeber. Es muss Schluss gemacht werden mit all den Klischees. Es gilt, das eigene Team wertzuschätzen statt zu verheizen und das Arbeiten in einer Agentur wieder cool und wünschenswert machen.

Ein guter Rat war: "Du musst ruhiger werden." Meine Energie ist besser aufgehoben, wenn ich sie direkt für Positives nutze, mich mit der Lösung eines Problems oder dem Ändern einer Situation beschäftige, anstatt mich auch häufiger lauter und länger über Dinge zu echauffieren. Manchmal ist das ganz und gar nicht einfach. Sich aber vorzunehmen, wirklich ruhig und positiv zu bleiben, hat mir geholfen, mehr zu schaffen und aktiver zu sein.

Ein Vorbild in der Kommunikation ist ... Michelle Obama. Sie ist eine unglaublich tolle Frau mit wunderbaren Werten und einer großen Haltung, für die sie eine starke Fürsprecherin ist. Ich liebe ihre Art der Kommunikation.

Meine Lehre aus der Corona-Krise:Es ist wichtig, trotzdem seine Dinge zu machen. Natürlich, so weit es die Einschränkungen zulassen und nicht in Panik zu fallen. Es ist meistens viel mehr möglich, als man denkt.
 
Alle Porträts des aktuellen #30u30-Jahrgangs lesen Sie im PR Report.


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