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BMW-CEO Oliver Zipse (Foto: BMW/Max Merget)
16.06.2021   News
BMW siegt im Bilanz-PK-Ranking
Nach einem Jahr Pandemie ist die Online-Konferenz Standard. Sollte man meinen. Doch längst nicht alle Dax-Unternehmen überzeugen dabei.
Rund ein Jahr lang hatten die Dax-Unternehmen die Gelegenheit, unter Extrembedingungen Kompetenzen für Online-Veranstaltungen aufzubauen. Eigentlich genug Zeit, um bei den Bilanz-Pressekonferenzen (BPK) im Jahr 2021 nicht mehr improvisieren zu müssen und einen standesgemäßen Auftritt hinzulegen. Aber längst nicht alle Unternehmen haben diese Chance genutzt.
 
Der aktuelle BPK-Report, den der Medientrainer Markus Föderl und der Publizist Mathias Helfert für die neue Ausgabe des PR Reports erstellt haben, zeigt auf der Basis seiner mehr als 20 Bewertungs­kategorien so große Qualitätsunterschiede wie selten. Während einige wenige Konzerne das Format Online-Pressekonferenz konsequent weiterentwickelt haben, fallen am anderen Ende des Rankings selbst Schwergewichte in längst vergangen geglaubte Zeiten zurück: telefonische Bilanz-Pressekonferenzen mit schlechter Tonqualität und miserablen Charts.
 
Schmale Kost
Ein Beispiel ist Bayer: Der Konzern beschränkte sich Ende Februar lediglich auf eine Telefonkonferenz für Journalistinnen und Journalisten im Internet. Die Stimme des Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann tönte blechern hinter einem Foto. Die Leverkusener – viele Jahre lang Trendsetter bei der Qualität ihrer Pressekonferenzen – entschieden sich also für einen deutlichen Schritt nach hinten.
 
Damit waren sie nicht allein. Auch BASF, Munich RE, MTU, der Dax-Neuling Delivery Hero und andere führten ihre BPK als Telefonkonferenz durch. Einige Unternehmen übertrugen diese nicht einmal live ins Internet, sondern ließen lediglich angemeldete Journalistinnen und Journalisten teilhaben.
 
Wer sich hingegen Ende März für BMW interessierte, rieb sich aus einem anderen Grund die Augen. Scheinwerfer- und Soundeffekte begleiteten den Auftritt von CEO Oliver Zipse. Die Veranstaltung erinnerte ein wenig an die Fernsehsendung „Wer wird Millionär“.
 
Die genannten Beispiele zeigen die Pole der diesjährigen Berichtssaison: Einige professionalisierten ihre Online-Konferenzen, andere machten einen Rückschritt und nutzten die Gelegenheit, den Aufwand zu minimieren. Wohl mit dem Kalkül, dass sich die Schmalspurvariante nicht nennenswert auf die Berichterstattung in den Medien auswirkt.
 
Spitzenreiter und Erfolgsfaktoren
Professionelle Settings, prägnante Reden, Visualisierungen mit reduzierten und animierten Charts, barrierefreie Zugänge und ein Austausch mit Journalistinnen und Journalisten auf Augenhöhe zeichneten die drei Spitzenreiter aus. Hinter BMW auf Platz eins glänzten auch Adidas und Continental.
 
Der Sportartikel-Hersteller aus Herzogenaurach hatte in den vergangenen Jahren mit der Übertragung seiner Bilanz-PK nur wenig Aufwand betrieben. Jetzt katapultierte sich das Unternehmen mit einem raffiniert inszenierten Auftritt, bei dem auch die Fünf-Jahres-Strategie vorgestellt wurde, auf Rang zwei.
 
Continental beherrschte das Online-Format weiter souverän. Seit Jahren präsentiert der Konzern seine Bilanz-PK ausschließlich im Internet und hat darin viel Erfahrung. Dieses Jahr gab es ein neues, stärker virtuelles Studio. Aber auch jenseits dieser Oberfläche blieb Continental handwerklich in allen Bereichen spitze.
 
Die Methodik
Untersucht wurde, wie die Unternehmen des Dax in der kürzlich abgeschlossenen Berichtssaison ihre Bilanz-Presse­konferenzen digital präsentiert haben. Dafür wurden die jeweiligen Internetauftritte sowohl vor als auch während der Veranstaltung analysiert. Ein Benchmark-Katalog erfasste das Ereignis, die Präsentation, die zentralen Reden, die gezeigten Folien und Filme, technische und dramaturgische Aspekte sowie die Servicehinweise auf der Homepage des jeweiligen Unternehmens.


Tipp: Den kompletten Bilanz-PK-Report 2021 mit den Top-10 im Dax lesen Sie im neuen PR Report. Die weiteren Themen:
 
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