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(n=31; Grafik: ikum)
26.03.2021   News
Gendersensible Sprache: Dax schlägt MDax
Das Thema "Gendergerechte Sprache" steht bei Konzernen aus dem Dax30 höher im Kurs als bei den 50 Unternehmen aus dem MDax. Darauf jedenfalls deuten die Ergebnisse einer gemeinsamen Umfrage der "FAZ" und der Hochschule Darmstadt hin.
Das Institut für Kommunikation und Medien (ikum) der Hochschule Darmstadt und die "FAZ" haben in diesem Monat die insgesamt 80 börsennotierten Unternehmen befragt, inwieweit bei ihnen gendersensible Sprache zum Einsatz kommt. Immerhin 18 Konzerne aus dem Dax beteiligten sich daran. Zehn davon gaben an, geschlechtergerechte Sprache bereits eingeführt zu haben, sechs planen, dies zu tun. Das Thema ist also definitiv für eine knappe Mehrheit relevant. Nur zwei Dax-Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, haben sich gegen den Einsatz gendergerechter Sprache entschieden.
 
Von MDax-Unternehmen kamen lediglich 13 Antworten. Vier gendern bereits, ebenso viele haben es vor. Fünf haben sich nach eigenen Angaben noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Der Eindruck ist, dass in diesem Börsensegment die Diskussion um Genderformen noch nicht im selben Ausmaß angekommen ist wie im Dax-Segment.

Bezogen auf die insgesamt 31 eingegangenen Antworten, setzten 45 Prozent der Umfrageteilnehmenden gendergerechte Sprache um. 32 Prozent befinden sich noch in der Planung. In Summe sind dies 24 Unternehmen. Davon wiederum verwendet ein Drittel die genderneutrale Formulierung oder will sie verwenden. Also beispielsweise Studierende statt Studenten und Studentinnen. Die Hälfte setzt auf "*" oder ":" zur Kennzeichnung, also etwa Student*innen oder Mitarbeiter:innen.
 
Das generische Femininum, also die durchgehende Verwendung der weiblichen Begriffsform, findet keine Verwendung. Zum Einsatz kommen soll die gendergerechte Sprache der Umfrage zufolge vor allem in der in- und externen Unternehmenskommunikation.

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