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News / Das ultimative PR-Buzzword-Wiki
Wer ältere PR-Kollegen verstehen will, sollte einige vergessene Begriffe kennen. (c) Angelina Ströbel / pixelio.de
15.12.2014   News
Das ultimative PR-Buzzword-Wiki
 
Die Geschichte der Public Relations ist auch eine Geschichte versunkener Begriffe. Ein Streifzug durch 50 Jahre. Wir wünschen viel Spaß beim Erinnern!

Ausdifferenzieren. Rauschhaft auf den Podien der 2000er-Jahre verwendete Bezeichnung der Enkel von Albert Oeckl bzw. Söhne von Jürg Leipziger. Verweist auf zunehmende inhaltliche Spezialisierung und ergo Bedeutungszuwachs des seinerzeit stark wachsenden Agentursektors, dessen Kehrseite Zersplitterung ist.

Bewegtbild. Hype um Filmchen, der noch kurz vor der flächendeckenden Etablierung von YouTube und Smartphones einsetzte und deshalb mancherorts zu hohen Investitionen in Technik führte.

CEO-Branding. Euphorische Bezeichnung für Personenkult rund um Unternehmenslenker. War wichtig in Zeiten des Aktien-Booms und erlebte seinen Niedergang spätestens nach Josef Ackermanns "Victory-Geste", in deren Folge Manager nicht mehr auffallen durften.

Corporate Identity. Unterschiedlich weit ausgelegter Begriff, der seit den 90-ern Bücherregale füllt. Wurde oft mit Corporate Design verwechselt und taugte für die PR-Leute deshalb nie wirklich als Distinktionskriterium gegenüber den verhassten Werbern.

CSR. Meint "Corporate Social Responsibility" und hat einen enormen Monstanz-Faktor. Das Verständnis wird erschwert durch unterschiedliche Bedeutungen des "Social"-Gedankens in der anglo-amerikanischen im Vergleich mit der deutschen Welt. Die größten Feinde der CSR-Begeisterung sind die Unterstellung "Feigenblatt" und die falsche Übersetzung in "Tue Gutes und rede darüber". Paradox: Während PR-Puristen behaupten, es gehe bei PR schon immer (auch) um CSR und der Begriff sei deshalb überflüssig, führte das Thema in vielen Unternehmen zu nachhaltigen Strukturveränderungen und Irritationen durch "Beauftragte" und "Steuerungskreise".

Determinations(hypo)these. 1985 von Barbara Baerns in ihrer Habilitationsschrift publizierter Befund, dem zufolge Öffentlichkeitsarbeit Themen und Timing der medialen Politikberichterstattung maßgeblich beeinflusse. Generationen von Forschern haben sich später wortreich daran abgearbeitet.

Dialogkommunikation. Zwischending auf dem Weg von hoheitlicher Absenderkommunikation der Adenauer-Republik zur Social-Media-getriebenen Pseudo-Demokratie heutiger Prägung. Die Leistung des Begriffs liegt in der frühen Erkenntnis der doch sehr eingeschränkten Relevanz journalistischer Medien auf Meinungsbildung für die Bevölkerung. Sichtbarer Ausdruck von hoch dotierten D.-Kampagnen war eine Flut so genannter Infomobile auf Marktplätzen. Ihre Erfinder entstammten meist dem Lehrer- oder Sozialpädagogen-Milieu nach 1968 und glaubten fest an die gesellschaftliche Relevanz solchen Tuns.

Erfolgsabhängige Honorierung. Skandalbegriff und Hasswort in den 2000er-Jahren, als der Kampf um Aufträge aufgrund von Massenzunahme im Agentursegment härter wurde. Etablierte Player wollten nicht einsehen, dass sie ihren Kunden nicht jeden Monat denselben Betrag in Rechnung stellen sollten.

Exzellenz. Von PR-Beratern alter Schule bis heute immer dann verwendet, wenn der Minderwertigkeitskomplex gegenüber Unternehmensberatungen mal wieder zu arg aufs Gemüt drückt. Praktisch: Der Begriff ist mächtig und schreit im ersten Moment nicht nach Belegen.

Glaubwürdigkeit. Über Jahre das prägende behauptete Differenzierungsmerkmal von PR gegenüber Werbung. Erlebte seine besten Zeiten in der Ära der Dialogkommunikation.

Morgen folgt Teil 2, von "Kommunikationsmanagement" bis "Wertschöpfung".

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