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Eugenia Lagemann (Foto: Fischer-Appelt)
04.12.2020   Karriere
"Demut schadet nicht"
Ist der PR-Nachwuchs der Verlierer der Corona-Krise? Welche Fähigkeiten sind jetzt gefragt? Woran erkennt man miese Chefs? Eugenia Lagemann, Managing Director bei Fischer-Appelt, antwortet in unserem Karriere-Fragebogen.
Verändert die Corona-Krise den Arbeitsmarkt in PR und Kommunikation?
Lagemann:
Die Corona-Krise verändert uns alle und somit auch unsere Branche. Mehr denn je ist es für uns in PR und Kommunikation wichtig neue Ideen auf den Tisch zu legen. Und dafür braucht es deutlich mehr kollaborative Führung als bisher.

Sind Berufs-Einsteigerinnen und -Einsteiger sowie Young Professionals in der Kommunikation die Verlierer der Corona-Krise?
Nein, ganz im Gegenteil. Wir brauchen doch genau jetzt schlaue junge Leute, die mit Enthusiasmus Probleme angehen.

Welche Fähigkeiten/Qualifikationen sind wegen oder in Folge von Corona in der Kommunikation besonders gefragt?
Da draußen schwirren unzählige Inhalte rum, in jeder "Bubble" andere. Kommunikatoren müssen die relevanten Inhalte finden und mit diesen auf die richtige Art und Weise auf die Menschen in den unterschiedlichen "Bubbles" zugehen. Unsere Disziplin war noch nie so wichtig wie heute.

Mit Blick auf den Nachwuchs/Young Professionals: Wo sehen Sie die größten Defizite?
Wieso Defizite? Die erklären mir doch endlich Tiktok!

Eine Fähigkeit, die ein moderner Kommunikationsprofi unbedingt braucht, aber an der Universität nicht lernt: Probleme lösen und Fehler machen.

Ihre wichtigste Lehre aus der bisherigen Corona-Zeit ist: Demut schadet nicht - genau wie die Gewissheit, das vieles geht, was niemals möglich schien.

Unabhängig von Corona: Der schlechteste Rat, den Sie je bekommen haben, war: "Lass mal den Humor da raus." Ich glaube inzwischen, selbst wenn nichts mehr geht, Humor geht immer.

Ihr lehrreichster Fehler in Ihrer bisherigen Laufbahn war, nicht auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Ist keine gute Idee und sollte man vermeiden.

Die wichtigste Mentorin/der wichtigste Förderer in Ihrer Laufbahn waren ... meine Kinder, weil die mich als Mensch fordern, wie es kein berufliches Projekt je tun könnte. Daneben gibt es aber natürlich auch viele Menschen im beruflichen Kontext, Kolleg:innen und Kund:innen, die einen weiterbringen und unglaublich unterstützen.

Die wichtigste Frage, die Sie in jedem Bewerbungsgespräch stellen, lautet: Was interessiert dich? Und wieso?

Dieser Satz von Bewerberinnen/Bewerbern und/oder Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern nervt Sie am meisten: "Ich finde es schwierig und müßig, wenn an eigenen Entscheidungen gezweifelt wird."

Einen miesen Chef/eine miese Chefin erkennt man daran, dass er/sie Angst vor Veränderung hat und nicht zuhören kann

Welches Buch sollten Kommunikationsprofis unbedingt gelesen haben und warum?
Die Kochbücher von Yotam Ottolenghi, denn gutes Essen ist der Anfang von allem.

Welchen Film sollten Kommunikationsprofis unbedingt gesehen haben und warum?
"Cooked" von Michael Pollan, denn in dieser Branche voller schneller Reize und viel Krach braucht man regelmäßig etwas Kontrast.

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