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News / "Nicht jedem Trend hinterherlaufen"
Elisabeth Krollpfeiffer
09.11.2020   30u30
"Nicht jedem Trend hinterherlaufen"
Achte Runde unserer Nachwuchsinitiative #30u30. In diesem Jahr mit dabei: Elisabeth Krollpfeiffer von Ressourcenmangel.
Elisabeth Krollpfeiffer will dem Osten Deutschlands treubleiben, "denn hier schlummert viel Potenzial und die Kommunikationsbrache muss unbedingt noch wachsen". Ihren Teil trägt die 27-Jährige seit Februar als Trainee bei Ressourcenmangel in Dresden bei, wo sie sich unter anderem um Social Media und Community Management kümmert. Ihr Ansatz: Immer alle Kanäle in Betracht ziehen, diese aber stets mit Bedacht wählen. "Nicht jedes Unternehmen hat etwas auf Tiktok verloren."

In der Agentur gilt sie als "perfekte Mischung aus Daten-Nerdin, die sich tagelang mit statistischen Auswertungen vergnügen kann, und empathischer Bauchgefühlsspezialistin, die Daten einen menschlichen Anstrich verleiht und diese korrekt interpretiert". Einen scharfen Blick, eine spitze Zunge und eine spitze Feder habe sie auch noch.

Stolz bin ich auf ... den Podcast "Auf einen Kaffee mit …", den ich als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Leipzig mitkonzipieren, umsetzen und moderieren durfte. Dabei habe ich Dozentinnen und Dozenten verschiedenster Fachrichtungen interviewt und jedes Mal etwas Neues gelernt.

Im Jahr 2030 werde ich ... dem Osten Deutschlands hoffentlich treu geblieben sein, denn darin schlummert viel Potenzial. Hier darf und muss die Kommunikationsbranche unbedingt noch wachsen. Dazu würde ich gerne einen Beitrag leisten.

Der wichtigste Trend in der Kommunikationsbranche? Den einen Trend gibt es nicht. Ein Trend, der mir aus unserem internen Trend Slam dieses Jahr im Gedächtnis geblieben ist, sind Erlebnisse. Nicht nur physisch, sondern auch in digitaler und emotionaler Gestalt. Wer es schafft, dem Konsumenten nicht nur top-down eine Story aufzutischen, sondern ihn zu involvieren, steigert seinen Erinnerungswert. Ganz persönlich finde ich nach wie vor das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Als Verbraucher würde ich dort gerne noch viel mehr sehen – nicht nur als Teil einer Kommunikationsstrategie, sondern als Leitgedanken.

Völlig überbewertet ist: Aus Kundensicht erschließt sich mir der Nutzen von Sprach-Assistenten nicht wirklich. Bis auf das freihändige Benutzen sehe ich keinen Vorteil gegenüber anderen Geräten. Beispielsweise möchte ich mir die Produkte beim Online-Shopping doch auch ansehen. Und wer stellt sicher, dass die Antworten auf Sachfragen korrekt sind? Zugegeben, ich habe es selbst noch nicht ausprobiert und lasse mich von einem Alexa-Enthusiasten gerne eines Besseren belehren.

Ein Top-Arbeitgeber muss ... führen, aber trotzdem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbeziehen. Sich weiterentwickeln, ohne in einen dauerhaften "Umstrukturierungsmodus" zu fallen. Seinen Angestellten Anreize und Möglichkeiten zur Weiterbildung bieten.

Meine Mentorinnen/Förderer ... meine derzeitigen und früheren Kolleginnen und Kollegen. Von einer Projektmanagerin oder einem Chef-Strategen lerne ich genauso etwas, wie von einem Werkstudenten in der Grafik. Für einen Perspektivwechsel schätze ich auch den Austausch mit Freunden, die in ähnlichen (oder auch komplett anderen) Bereichen arbeiten und mitunter eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben.

Ein guter Rat war, nicht auf jeden Zug aufzuspringen. Kommunikatoren sollten ihre Kanäle mit Bedacht wählen und nicht jedem Trend hinterherlaufen. Ausschlaggebend sollte nicht die Frage sein, auf welchen Kanälen meine Zielgruppe aktiv ist, sondern aus welchem Bedürfnis heraus und mit welcher Intention sie diese nutzt. Nicht jedes Unternehmen hat etwas auf Tiktok verloren.

Ein Vorbild in der Kommunikation ist ... der Abräumer schlechthin: The Female Company, weil sie wichtige Aufklärungsarbeit auf super kreative Weise leistet. Das Start-up überrascht, mischt auf und geht dorthin, wo es für einen großen Teil der Gesellschaft leider immer noch Tabus gibt.

Meine Lehre aus der Corona-Krise ist, dass sowohl agentur- als auch kundenseitig ein schnelles Umdenken und Umsetzen möglich ist. Nichtsdestotrotz zeigt sich, dass Krisenkommunikation noch lange nicht überall auf dem Plan steht. Ach, und dass Hosen bei der Arbeit optional sind.
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