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Miriam Rupp
05.12.2014   News
Wie die Pressemitteilung auch in 2015 mithalten kann
 
In einer Welt, in der sogar 5-Minuten-Videos zu viel Aufmerksamkeit fordern und in der Social-Media-Neuigkeiten im Sekundentakt hereingeflattert kommen, scheinen Pressemitteilungen (wieder einmal) vom Aussterben bedroht. Waren sie in Zeiten von Schreibmaschine, Fax und Telefon noch das ultimative Tool, scheinen ihr moderne Kanäle wie E-Mails, Webseiten und Social Media den Rang abzunehmen. Entgegen aller Prognosen und Trend-Statements ist die Pressemitteilung meiner Meinung nach jedoch nicht tot.

Sie muss nur ein Update erhalten, um auch 2015 im Zeitalter der digitalen Echtzeit-News mithalten zu können. Die klassische Mitteilung ist immer noch eins der beliebtesten Tools in der PR und jede gute Agentur wird im Laufe der letzten Jahren gelernt haben, nicht gegen die modernen Methoden zu arbeiten, sondern mit ihnen. Doch der größte Feind der Pressemitteilung ist und bleibt der Zeitfaktor, denn auch in Redaktionen ist die Ressource knapp bemessen. Wie nutzt man den PR-Klassiker also optimal, um auch bei kurzer Aufmerksamkeitsspanne zu überzeugen?

1. Snapshot-Prinzip – treffende Aufhänger finden
Journalisten stehen heutzutage noch stärker unter dem Druck, mehr und gleichzeitig besseren Content mit weniger Ressourcen zu liefern. Unter diesem Zeitdruck muss dem Leser also schnell im Snapshot-Prinzip klar werden, um was es in einem Text geht. Bei Pressemitteilungen entscheidet deshalb meist schon die Headline über Gedeih oder Verderb der Botschaft. Wichtig ist dabei vor allem, wer die Nachricht lesen soll. Der Star unter Aufmerksamkeit-generierenden Überschriften ist der Leserversteher Buzzfeed. Die Klickwahrscheinlichkeit für einen Artikel mit der Überschrift "25 Dinge, die Dich an Deine Kindheit in den 80ern im Osten erinnern" ist vermutlich sehr hoch, wenn man in den 80ern im Osten aufgewachsen ist. Auf der anderen Seite fällt einem Redakteur, der beispielsweise für das Ressort "Cash" schreibt, die Headline "Fünf Qualitätskriterien für Finanzberater" sofort ins Auge.

2. Storytelling - durch spannende Erzählweise überzeugen
Wie hält man nun den Leser dabei, das Geschriebene auch wirklich bis zum Ende zu lesen? Die Aufmerksamkeitsspanne eines Digitalexperten ist nicht unbedingt kürzer als früher, jedoch effizienter ausgelegt. Denn die Zeit ist knapp und die digitale Informationsflut von heute ist groß, auch wenn Internetnutzer von ihr nicht unbedingt überfordert sind. Insbesondere Journalisten sind geschult darin, gut zu filtern und die relevanten Informationen herauszuziehen. Um hier als Pressemitteilung nicht im Papierkorb zu landen, müssen bestimmte Grundlagen gegeben sein. Die Devise lautet "Gutes Storytelling!". Wichtigste Bestandteile sind ein guter Protagonist (z.B. ein Startup-Gründer) und seine Visionen, Herausforderungen und Statements, die sich wie ein roter Faden durch die Presse-Info ziehen. Natürlich dürfen klare Absätze, Zwischenüberschriften und Listen, die zum großen Finale der Story aufbauen, nicht fehlen. Bilder und Videos waren früher außerdem eine schöne Ergänzung zu jedem Text. Heute sind sie zur Notwendigkeit geworden, um die Geschichte zu erzählen, lebendig und teilbar zu machen.

3. Problemlöser - lohnenswerte Inhalte schaffen
Auch wenn der Aufhänger und die Erzählweise stimmen, heißt das noch lange nicht, dass die Neuigkeiten weiter erzählt werden. Wenn wir unsere Inhalte weiter geben wollen, muss die Substanz stimmen. Egal ob informativ, lustig oder emotional, den Leser muss das Geschriebene insgesamt interessieren, nicht nur die Headline und der Schreibstil. Doch wie finden wir heraus, welche Inhalte spannend und welche uninteressant für den Leser sind? Hier kommen wir zum gleichzeitig beliebten und verhassten Wort "Mehrwert". Wer sich darüber im Klaren sein will, ob er seinem Publikum dieses viel beschworene Buzzword auch liefert, muss auch wissen, wer genau sein Publikum ist. Zielgruppenanalyse lautet das Stichwort. Bei jedem Text ist die Grundfrage Pflicht, welches Problem der genau definierten Zielgruppe diese News, diese Infos oder das beschriebene Produkt löst.

Diese drei Prinzipien helfen nicht nur dabei, die Pressemitteilung für das Publikum spannender zu gestalten, sondern bringen auch dem Schreiber mehr Spaß und Abwechslung in seiner Aufgabe, einen roten Faden für seine Storys zu finden.

Miriam Rupp ist Gründerin und Geschäftsführerin von Mashup Communications, der Berliner Agentur für PR und digitales Storytelling. Mit der Philosophie „Wir lieben es, neue Geschichten zu erzählen“ fokussiert sich die Agentur vor allem auf Zukunftsthemen aus der digitalen Welt.

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