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News / Digitalisierungsdefizite in der internen Kommunikation
Andreas Bachmeier
11.08.2020   News
Digitalisierungsdefizite in der internen Kommunikation
Im Zuge der Corona-Pandemie hat das Mitarbeiterschreiben als Instrument der internen Kommunikation eine Renaissance erlebt. Das ist ein Ergebnis einer Befragung von Engel & Zimmermann unter Mittelständlern.
Die Gautinger Agentur hat eine Umfrage unter Geschäftsführern deutscher mittelständischer Unternehmen im Hinblick auf die Auswirkungen von Covid-19 auf die Kommunikation durchgeführt. Demnach hat Corona auch in der Internen Kommunikation Schwachstellen offengelegt. Nur sechs Prozent der befragten Geschäftsführer haben digitale Lösungen, etwa eine eigene Mobile-App, eingesetzt, um ihre Mitarbeiter zu erreichen. 62 Prozent haben auf ein klassisches, analoges Instrument zurückgegriffen: das Mitarbeiterschreiben. Gleichzeitig betrachtet es etwas weniger als die Hälfte der Umfrageteilnehmer als Instrument ihrer künftigen Kommunikation.

"Corona hat viele Unternehmen hinsichtlich ihrer internen Kommunikation kalt erwischt und ein massives Digitalisierungsdefizit offenbart", bilanziert Andreas Bachmeier, Vorstand und Partner von Engel & Zimmermann. Und: "Die Rolle der Unternehmenskommunikation wird in Zukunft viel stärker nach innen gerichtet sein, sodass die Mitarbeiter als Zielgruppe eine ganz neue Bedeutung erlangen."

Laut der Kommunikationsberatung zeigt die Umfrage, dass das Management das Ziel verfolgt hat, seine Mitarbeiter nicht nur regelmäßiger (75 Prozent), sondern auch transparenter (44 Prozent) über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Als beliebtes Tool hat sich die Videokonferenz etabliert. Drei Viertel der Teilnehmer haben sie – bedingt durch die Corona-Situation – neu beziehungsweise zusätzlich eingesetzt, 80 Prozent wollen sie weiterhin nutzen.

In Bezug auf die Ziele der Internen Kommunikation gaben 69 Prozent der Geschäftsführer an, dass es ihnen besonders wichtig gewesen sei, den Beschäftigten Sorgen und Ängste zu nehmen. Vertrauen zu schaffen und Transparenz zu zeigen, erachteten 56 beziehungsweise 50 Prozent ebenfalls als besonders relevant. Die Vermittlung von Fakten – sonst üblicherweise eines der Kernziele der Internen Kommunikation seitens der Geschäftsführung – haben nur 25 Prozent als sehr wichtig empfunden.

Nicht nur beim Arbeitsort, auch bei den Arbeitszeiten deutet sich der Umfrage zufolge eine zunehmende Flexibilisierung an: Drei Viertel der Teilnehmer gaben an, dass sich die Bereitschaft zu flexibleren Arbeitszeiten eher verbessert hat. Bachmeier sieht in den Veränderungen durch Corona den Ausgangspunkt für eine sich insgesamt wandelnde Rolle der Kommunikation. Seiner Meinung nach nimmt der gesellschaftliche und politische Einfluss auf Unternehmen und Branchen zu. "Sie müssen sich fragen, welche Veränderungen, Dynamisierungen und Einflussfaktoren auf dem Markt entstehen – und sie müssen diese Veränderungen voraussehen, um ihnen richtig zu begegnen", sagt Bachmeier. "Die Kommunikation muss hier zunehmend Prognosen liefern, was auf Branchen und Unternehmen zukommt, und Vernetzungen schaffen."
 
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