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PR-Team im BMF kommt gut weg (Foto: BMF/Hendel)
28.07.2020   News
Covid-19: Finanzministerium gibt wenigste Rätsel auf
Die Uni Hohenheim und die Beratungsfirma Clavis haben Informationen von Bund und Ländern zur Corona-Pandemie auf ihre Verständlichkeit hin geprüft. Bei Pressemitteilungen zum Thema schneidet das Bundesfinanzministerium am besten ab.
Die Überprüfung nahmen die Wissenschaftler mit Hilfe einer Analyse-Software vor. Diese fahndet unter anderem nach überlangen Sätzen, Fachbegriffen und zusammengesetzten Wörtern. Das Ergebnis der Auswertung ist eine Zahl, die sich im "Hohenheimer Verständlichkeitsindex" (HIX) zwischen Null (schwer verständlich) und 20 (leicht verständlich) bewegt. So erzielen die Pressemitteilungen des Bundesfinanzministeriums rund um Corona einen Wert von 10,0 und damit den besten HIX-Wert unter denen der deutschen Bundesministerien. Auf Platz zwei und drei folgen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (8,8) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (8,7). Die letzten Plätze unter 14 Ministerien und dem Kanzleramt belegen das Verkehrsministerium (3,7) und das Justizministerium (4,9).

Insgesamt sind die Pressemitteilungen der deutschen Bundesministerien der Studie zufolge im Schnitt relativ unverständlich (HIX=7,1). Besser zu dechiffrieren sind die ebenfalls untersuchten FAQ-Antworten der Bundesministerien auf ihren Homepages (8,8). Dabei steht das Auswärtige Amt am besten da (15,6), auf Rang zwei folgt das Gesundheitsministerium (12,3). Die beiden letzten Plätze belegen Arbeits- (5,8) und Wirtschaftsministerium (6,0). Etwas verständlicher sind laut Uni Hohenheim die FAQ-Antworten der Landesregierungen in Deutschland (9,2). Allerdings reicht die Bandbreite von 6,9 (Sachsen-Anhalt) bis 10,8 (Berlin).

In die Untersuchung zur Corona-Kommunikation gingen alle Pressemitteilungen der Bundesministerien in Deutschland aus dem März und dem April dieses Jahres ein, in denen einer der folgenden Begriffe vorkam: "Corona", "Covid-19", "Pandemie", "Krise" (Plausibilitäts-Check: nur bezogen auf Corona-Krise). Nicht untersucht wurden Pressemitteilungen mit weniger als 100 Wörtern, Gratulationen, Kondolenztelegramme, Podcasts und TV-Ansprachen. So kamen 276 Pressemitteilungen zusammen. In die Analyse der "Antworten auf FAQs" gingen die von den deutschen Bundesministerien und Landesregierungen auf deren Webseiten im März und im April veröffentlichten Antworten ein. Insgesamt wurden 919 Antworten der deutschen Bundesministerien und 2622 Antworten der Landesregierungen untersucht.

Die häufigsten Verstöße gegen Verständlichkeits-Regeln sind laut Uni Hohenheim bei allen untersuchten Text-Arten gleich: Fremdwörter und Fachwörter (die nicht erklärt werden), zusammengesetzte Wörter und lange "Monster- und Bandwurmsätze".

Ein Download-Link zur Studie ist hier zu finden.
 
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