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Christiane Schulz (Foto: Edelman)
19.05.2020   News
Corona-Krise: CEOs machen keine gute Figur
Die Wirtschaft hat bei den Bundesbürgern Vertrauen gewonnen, Konzernchefs jedoch nicht, wie ein Update des "Edelman Trust Barometer" belegt. CEOs müssten jetzt Führungsstärke demonstrieren, meint Edelman Deutschland-Chefin Christiane Schulz.
Um acht Prozentpunkte hat das Vertrauen der Menschen in die Wirtschaft zugelegt. Damit liegt sie im Vertrauensranking des "Edelman Trust Barometer" Frühlings-Update "Vertrauen und die Covid-19-Pandemie“ mit 56 Prozent auf Platz zwei hinter der Regierung mit 64 Prozent und vor Medien (53%) und NGOs (50%). Im Rahmen ihrer Untersuchung hat die Agentur Edelman zwischen dem 15. und 23. April mehr als 13.200 Menschen in elf Märkten, darunter Deutschland, zu ihrem Vertrauen befragt.

Die deutsche Wirtschaft kann das Vertrauensniveau allerdings nicht halten, wenn es um einzelne Fragestellungen geht. So ist derzeit weniger als die Hälfte der Deutschen überzeugt, dass es Unternehmen gelingt, Mitarbeiter und Kunden vor den Auswirkungen der Pandemie zu schützen (46%). Nur 30 Prozent meinen, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter vor den eigenen Profit stellen. CEOs stehen bei der Frage danach, wer bei der Bekämpfung der Pandemie gute Arbeit leistet, an letzter Stelle: Nicht einmal jeder vierte Deutsche gibt an, dass die Konzernlenker den Anforderungen bei der Bekämpfung der Krise gerecht werden (24%).

Gleichzeitig wünscht sich die Hälfte der Bundesbürger, dass Unternehmensführungen das Kommando bei der Bekämpfung der Pandemie übernehmen. "CEOs müssen jetzt Führungsstärke beweisen. Besonders die schrittweise Rückkehr zur Normalität ist dafür ein guter Moment", sagt Christiane Schulz. "Gleichzeitig darf dies kein Alleingang sein. Sie müssen sich mit Wissenschaftlern und Experten zusammenschließen und eng mit anderen Institutionen wie der Regierung zusammenarbeiten."

Bei der im April durchgeführten Befragung gaben knapp drei Viertel der Deutschen (72%) an, dass sie die pandemiebedingten Einschränkungen für angemessen und verständlich halten. Mehr als die Hälfte war bereit, der Regierung zur Eindämmung von Covid-19 mehr Daten über den eigenen Aufenthaltsort und Gesundheitszustand zur Verfügung zu stellen (53%). Die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes war relativ gering, im globalen Vergleich sorgten sich die Deutschen fast am wenigsten um ihren Job. 36 Prozent machten sich Gedanken um einen Arbeitsplatzverlust durch Covid-19. Nur die Franzosen machten sich noch weniger Sorgen (35%), global sind es 56 Prozent.

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