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BCW-Chef Wolfgang Lünenbürger
13.03.2020   News
Wegen Corona: Agenturen machen Homeoffice
Reisen nur noch ausnahmsweise, Arbeit von zu Hause: BCW-CEO Wolfgang Lünenbürger und andere Agenturchefs reagieren mit präventiven Maßnahmen auf die Corona-Krise. Edelman macht einen Homeoffice-Stresstest.
Burson Cohn & Wolfe
„Ab Freitag, den 13. März 2020, werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mobil/außerhalb des Büros weiterarbeiten und Reisen grundsätzlich eingestellt. Unbedingt notwendige Reisen können durch die Geschäftsführung genehmigt werden“, heißt es bei BCW. Die Regelung für die 150-köpfige Belegschaft gelte bis auf Weiteres.
 
Zwar zeige zurzeit zeigt keine Mitarbeiterin oder Mitarbeiter Krankheitssymptome, die einen Test auf COVID-19 erforderlich machen würden. Und es sei auch keine Infektion von Angehörigen
bekannt. Aber: „Wir wollen alles uns Mögliche dafür tun, dass das so bleibt – nicht nur für unsere Angestellten und Freien, sondern auch und gerade für ihre Angehörigen, insbesondere Kinder und Eltern“, sagte Deutschland-Chef Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach. Nicht notwendige Reisen und damit auch Anreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Büro zu vermeiden, könne dabei helfen.
 
Die Agentur sei „optimal vorbereitet“, gemeinsam zu arbeiten, ohne dazu an einem Ort zusammenkommen zu müssen: Mitte 2019 seien alle Arbeitsplätze auf Office 365 umgestellt und MS Teams mit One Drive und Sharepoint als Standard etabliert worden. Besprechungen mit mehr als zwei Personen finden als Videokonferenz statt. „So stellt BCW sicher, dass die Arbeit für und mit den Kundinnen und Kunden nahtlos weitergeht. Wir rechnen damit, dass es keine Verluste an Kommunikation oder Effizienz gibt“, sagte Lünenbürger.
 
Oseon und Munich Digital Institute
Auch kleinere Agenturen gehen ins Homeoffice. "Es ist ein (noch) weit verbreiteter Irrtum, dass die Coronavirus-Pandemie die Gesunden und Jungen unter uns nicht betrifft. Deshalb tun sich viele Arbeitgeberinnen schwer, eine Grundsatzentscheidung zu treffen und für die Bereiche, in denen es möglich ist, Home Office anzuordnen. Wir bei Oseon haben das getan", schrieb Tapio Liller, Gründer von Oseon. Ab heute arbeiten alle 14 Oseon-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zu Hause. "Der Agenturbetrieb geht weiter, unsere Kunden werden den Unterschied höchstens am veränderten Hintergrund bei Videokonferenzen merken."
 
Liller begründete den Schritt wie folgt: "Wir sind eben durchaus betroffen, obwohl wir zwischen 25 und 46 Jahren alt sind, niemand von uns zu einer Risikogruppe gehört. Denn unser persönliches Umfeld gehört dazu, allein schon unsere Eltern und Großeltern, die wir besuchen, und die für einige von uns auch gelegentlich die Kinderbetreuung übernehmen."
 
Und weiter: "Wenn jeder Oseon-Mitarbeiter – mal ganz tief gestapelt – nur 5 regelmäßige enge private Kontakte hat und jeder von diesen Kontakten weitere 5 Personen regelmäßig sieht, sind wir allein für unser 14-köpfiges Team bei 14 x 5 x 5 = 350 Kontakten zweiten Grades, auf deren Gesundheit wir direkt oder mittelbar Einfluss haben. Die wahre Zahl ist natürlich viel höher und die unbekannten Kontakte noch viel zahlreicher. Denn unsere Agentur hat Büros in Frankfurt und Hamburg, das Team kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit, trifft unterwegs auf Hunderte andere Menschen. Das Risiko, dass darunter Menschen Träger des SARS-CoV-2 sind, steigt wegen der exponenziellen Entwicklung der Epidemie jeden Tag."
 
Der Aufwand für Wissensarbeiter in Agenturen, die ohnehin mit Laptop, Smartphone und Cloud-Tools wie Office 365, Teams, Slack, Google Suite und Zoom arbeiten würden, sei vernachlässigbar, so Liller: "Und vielleicht werden die nächsten Wochen ja auch ein Lackmustest für noch flexibleres Arbeiten an selbstgewählten Orten."
 
Christian Henne, Chef des Munich Digital Institute, legt seinen Mitarbeitern nah, so viel "Remote Work wie möglich zu machen" und öffentliche Verkehrsmittel zu meiden. "Wir sind infrastrukturell dafür aufgestellt. Wenn wir Büro brauchen, dann ist das so. Wir haben vier Tiefgaragenplätze, so dass Ihr auch täglich mit dem Auto kommen könnt. Ich biete ebenfalls an, dass die Firma Carsharing für die nächste Zeit übernimmt, wenn Ihr das beruflich in Anspruch nehmt", schrieb er in einer internen Mitteilung, die er auch auf Facebook veröffentlichte.
 
Edelman
Edelman macht heute einen "Homeoffice-Stresstest": Alle 300 Mitarbeiter der Agentur arbeiten von zu Hause aus. Deutschland-Chefin Christiane Schulz erklärte: "Wie alle Unternehmen verfolgen wir die Situation sehr genau. Um als Agentur "remote" zu arbeiten und die Zuverlässigkeit unserer Geschäftssysteme zu gewährleisten, haben wir in den letzten Wochen Pläne erstellt. Der Schwerpunkt liegt hier auf unseren Mitarbeitern und der Unterstützung unserer Kunden. Heute testen wir nun, ob unsere Infrastruktur bestmöglich funktioniert, wenn alle 300 Mitarbeiter gleichzeitig von zu Hause arbeiten. So können wir sicherstellen, dass unsere Agentur auch in so einem Fall normal weiterläuft."
 
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