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Christian Henne war vor seiner Gründung von HenneDigital im Jahr 2010 Head of PR and Communications bei Neu.de
13.11.2014   News
"Wir sind die unabhängige zweite Meinung"
 
Christian Henne hat sich mit seinen Partnern der Internetagentur Creating-web zusammengetan und das Munich Digital Institute aus der Taufe gehoben. Darin sind Kompetenzen auf den Gebieten Social Business, Social CRM/Media & Marketing, Web Technology, Mobile, Recht und Datenschutz vereint. Wie die Experten Unternehmen dabei helfen wollen, intern digitales Know-how aufzubauen, erläutert der Kommunikationsberater im Interview.

Herr Henne, Sie sprechen von einer digitalen Verunsicherung auf Unternehmensseite. Warum sind Unternehmensvertreter verunsichert? Gerade die Repräsentanten großer Firmen, die sie ansprechen wollen, müssten doch inzwischen Profis sein?

Das Munich Digital Institute richtet sich nicht explizit an Großunternehmen. Ich sehe auch im Mittelstand große Potenziale. Unabhängig davon aber sind die digitalen Entwicklungen so schnell, dass, glaube ich, niemand von sich behaupten könnte, in allen Dingen vollends Bescheid zu wissen. Das ist auch gar nicht nötig. Wenn beispielsweise Facebook einen Algorithmus ändert und damit die organischen Reichweiten sinken und in der Branche teilweise sich widersprechende Artikel geschrieben werden, dann verunsichert das eben. Es braucht hier eine gewisse Distanz, klare Analyse und sachliche Befunde. Für meine Begriffe fehlt so etwas im Markt.

Wie wollen Sie dieser Verunsicherung entgegenwirken?

Mit sachlicher Analyse. Wir nennen das Digital Intelligence. Uns geht es darum, Unternehmen die Informationen zur Verfügung zu stellen, die dort nötig sind. Das bedeutet auch, Daten und Fakten zu filtern. Nicht jede US-Studie ist für deutsche Unternehmen anwendbar. Dazu kommt, dass wirklich hilfreich in der Regel das ist, was branchenspezifisch und mit Blick auf die Position des Unternehmens auch realistisch ist. Da helfen Social Media-Theorien eher selten. Es geht auch um interne Strukturen und Prozesse. In meinen Augen ist das DAS Thema für 2015.

Weshalb tun Sie das in Form eines "Instituts"? Eine lose Kooperation mit anderen Firmen täte es vielleicht auch...

Wir sind ein offenes, kollaboratives Konstrukt. Das Gründer- und Gesellschafter-Team kooperiert mit mehreren Kompetenzpartnern, die über Vereinbarungen an das Institut gebunden sind. Damit stellen wir sicher, dass wir die Kernkompetenzfelder mit Fachleuten besetzt haben und somit sowohl in der Tiefe als auch übergreifend betrachten können. Wir möchten gleichzeitig unabhängig sein, um wirklich sachliche, zuverlässige Arbeit abliefern zu können. Dafür brauchen wir eigenes Personal für unsere Digital Intelligence und eigene Formate, an die wir glauben. Das geht am besten in einem Institut. Dennoch suchen wir natürlich den Kontakt zur Wirtschaft, denn wir wollen Theorie mit Praxis verbinden. Aktuell gehören bereits fast 30 Entscheider aus der deutschen Unternehmenslandschaft zu unseren Unterstützern. Hier denken wir auch über gemeinsame Projekte nach. Benchmarking ist ein Stichwort, das geht nicht ohne Unternehmen.

Was für ein Geschäftsmodell hätte denn hinter der zunächst erwogenen Idee einer Content-Plattform gesteckt? Und wie sieht es jetzt aus auf Basis der Definition als Wissenvermittler neben Agenturen und externen Beratern?

Mit einer reinen Content-Plattform hätten wir über werbliche Formate nachdenken müssen, zum Beispiel Banner und Advertorials. Nur passt das nicht zu unserem Ansatz, es hätte uns früh in Abhängigkeiten gebracht. Unsere Gedanken gingen auch nicht primär Richtung Publishing sondern eher in Richtung ganzheitliche Betrachtung. Unser jetziges Modell ist denke ich sehr klar zu verstehen. Wir machen im Kern fachspezifische und fachbereichsübergreifende Analysen, bereiten diese in attraktiven Formaten auf, die wir dann zum Teil vermarkten. Wir sind, wenn Sie so wollen, die unabhängige zweite Meinung.

Wie weit sind Sie inzwischen mit der Entwicklung eigener Formate?

Wir haben zum Start am 23. Oktober unsere "Munich Digital Analysis on Demand", die Munich Digital-Workshops und -Round Tables gelauncht. Dazu bauen wir gerade die "Munich Digital Speakers" auf. Parallel arbeiten wir schon an einer Benchmarking-Geschichte und an weiteren Ideen. Eines haben alle Formate gemein: Es geht uns im Kern immer um das tiefe digitale Verständnis und um Daten und Fakten als Basis. Meinungen gibt es genug.

Christian Henne ist Geschäftsführer der Munich Digital Institute GmbH und zugleich Geschäftsführer von HenneDigital, einer Agentur für digitale Strategien

Interview: Uwe Förster
 

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