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News / PR-Ethik-Rat verurteilt Praxis der Agentur Mhoch3
"Die Netzflüsterer" ist Titelgeschichte der "Datum"-Ausgabe 11/2014
07.11.2014   News
PR-Ethik-Rat verurteilt Praxis der Agentur Mhoch3
 
Als Online-Journalisten bezeichnet Martin Kirchbaumer, Geschäftsführer von Modern Mind Marketing (Mhoch3), nach einem Bericht des Magazins "Datum" die Leute, die er seit zehn Jahren für "Jubelpostings" bezahlt hat. Zu den Kunden zählten demnach die ÖBB, die Bank Austria und die ÖVP Wien.

Der Österreichische PR-Ethik-Rat verurteilt das Vorgehen der Wiener Agentur scharf und eröffnet ein Verfahren. Der Grund: "Versuche der Manipulation öffentlicher Meinung durch das verdeckte Auftreten von Unternehmen und Parteien als Konsumenten und Bürger sind mit den ethischen Prinzipien von Public Relations nicht vereinbar und daher strikt abzulehnen." Das Selbstkontrollorgan der Branche verweist in diesem Zusammenhang auf Prinzip 6 seiner kürz veröffentlichten "Acht Prinzipien zur Kommunikationsethik in Social Media". Es behandelt das Thema Transparenz im Umgang mit Postings im Internet. Der Rat tritt dafür ein, dass PR-Berater mit "offenem Visier" agieren und ihre Identität und Motive offenlegen.

Der Beitrag "Die Netzflüsterer"
 in der aktuellen "Datum"-Ausgabe 
(7. November) zeichnet sehr genau nach, wie die Agentur "Online-Reputationsmanagement" (Kirchbaumer) betreibt und die bezahlten Postings in Onlineforen platziert hat. Das Magazin schätzt aufgrund der ihm vorliegenden Unterlagen, darunter Honorarlisten und Verträge, dass im Auftrag von Mhoch3 80.000 bis 100.000 PR-Postings pro Jahr von Fake-Identitäten abgesetzt wurden. Die "PR-Poster" wurden beispielsweise auch für die Bank Austria aktiv. Das Unternehmen beauftragte die Agentur dem "Datum" -Artikel zufolge im Herbst 2012. Der Auftrag beinhaltete eine "reaktive Kampagne": Positive Postings sollten den Stimmen im Netz begegnen, die sich wegen Betriebsausfällen bei der Umstellung des Onlinebanking-Systems empörten.
 

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