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News / Daten-PR: Sechs Tipps für den Einstieg
(Foto: Adobe Stock)
23.01.2020   Wissen & Praxis
Daten-PR: Sechs Tipps für den Einstieg
Warum Daten der Schlüssel zu einzigartigen Geschichten sind und wieso es völlig ausreicht, wenn Kommunikatoren zunächst mit kleinen Schritten anfangen.
Tipp 1: Daten sind unsere Freunde!
Datendiebstahl, Datenleck, Datenschutz-Grundverordnung – irgendwie wundert es nicht, dass dem Begriff „Daten“ ein fader Beigeschmack anhaftet. Und in der Kommunikation ist das Prinzip, so wenig Daten wie möglich zu teilen, nach wie vor die Regel. Wir sagen: Schluss damit! Denn die eigenen Daten sind der Schlüssel zu einzigartigen Geschichten. Nur das Unternehmen selbst hat Zugang zu dem Stoff, der die Geschichte ausmacht. Niemand anderes kann sie erzählen. Haben Sie aber bitte keine Angst: Daten-PR bedeutet nicht, dass Sie Geschäftsgeheimnisse lüften, gegen die DSGVO verstoßen oder immense Zahlenberge erklimmen müssen. Daten-PR funktioniert auch mit kleinen und vor allem anonymisierten Datensätzen.

Tipp 2: Kaffee-Date mit Datenexperten
Wir können es nicht oft genug betonen: Daten-PR ist ein Mannschaftssport. Das Team muss sich jedoch erst finden. Identifizieren Sie deswegen die Datenexperten in Ihrer Organisation. Von wem haben Sie für andere PR-Geschichten bislang Zahlen und Daten zu Produkten, zur Geschäftsentwicklung, zu Mitarbeitern, Bilanzen und Services bekommen? Controller, Statistiker, Datenanalysten, Marktforscher, Strategen können wichtige erste Ansprechpartner sein, wenn es darum geht, mögliche Quellen für Datenschätze zu identifizieren. Laden Sie die Kollegen auf einen Kaffee ein und finden Sie im Gespräch heraus, mit welchen Daten diese arbeiten, wie diese erhoben werden und wer Zugriff darauf hat. Vielleicht bietet sich auch ein Hospitationstag bei den Datenexperten an!?

Tipp 3: Datenquellen aufspüren
Nach den Kaffee-Dates werden Sie wissen, welche Quellen es in Ihrer Organisation gibt und zu welchen Daten Sie Zugang bekommen können. Je nach Unternehmensart und -größe unterscheiden sich die Verfügbarkeit und der Umfang der vorhandenen Daten. Natürlich spielt auch die Unternehmenskultur eine Rolle: Bekomme ich als Kommunikator überhaupt Zugriff auf diese Daten? Wie kooperativ sind die Kollegen? Denken Sie daran: Daten-PR endet nicht bei den Primärdaten. Auch aus Drittdaten lassen sich spannende Geschichten machen.

Tipp 4: Klein, aber mutig anfangen!
Datenquellen und Mitstreiter gefunden? Dann brauchen Sie jetzt „nur“ noch eine gute Idee für Ihre erste Daten-Story. Unser Tipp: Suchen Sie sich für das erste Mal ein Thema, das keiner allzu umfangreichen Recherche bedarf. Vielleicht liegt Ihnen schon eine Datensammlung vor, etwa der letzte Geschäftsbericht. Prüfen Sie, ob Sie nicht doch noch die ein oder andere Geschichte darin entdecken können. Starten Sie zu Beginn mit einem übersichtlichen Datensatz und tauchen Sie erst langsam tiefer in die Welt der Daten ein. Empfehlenswert ist deswegen der hypothesenbasierte Ansatz. Manchmal gibt es bereits eine Idee oder Annahme, zum Beispiel zu bestimmten Trends und Entwicklungen in einer Branche. Dann können die Daten dazu dienen, diese These zu unterfüttern oder zu widerlegen. Es gilt, mutig zu sein und auch mal schräge und unerwartete Ideen einem Daten-Check zu unterziehen.

Tipp 5: Grafiken müssen Entertainment sein
Wir leben im visuellen Zeitalter! Neben dem Aufspüren der Daten und dem Verfassen einer packenden Story spielt auch die Visualisierung eine extrem wichtige Rolle. Vergessen Sie klassische Torten- oder Balkendiagramme, die uns Excel auf Knopfdruck ausspucken kann. Mit solchen Grafiken bekommen wir definitiv keinen Fisch an die Angel! Grafiken müssen Entertainment sein, sie müssen beim ersten Blick Lust auf mehr machen und den Klick-, Wegwisch- oder Weiterscroll-Reflex der Nutzer innerhalb von Sekunden unterbinden.

Tipp 6: Journalisten als Freunde und Helfer
Daten-PR schafft Inhalte, die prädestiniert sind für Online­kanäle. Unsere Fallbeispiele zeigen: Ob animierte Karten, unterhaltsame Infografiken oder Stories via Newsletter und Messenger – Datengeschichten lassen sich ganz unterschiedlich vermarkten. Speziell vor groß angelegten Recherchen und Projekten lohnt sich deswegen auch der Anruf bei einem potenziellen Abnehmer der Geschichte: einer Redaktion. Wie relevant wäre die von Ihnen angedachte Analyse für das Medium? Welche Aspekte würden die Journalisten und deren Leser noch interessieren? Bietet sich vielleicht sogar eine (exklusive) Kooperation für die Datengeschichte an? Die von uns genannten Experten sind der Beleg: Große Medienhäuser gönnen sich eine eigene Datenredaktion, dort finden Sie garantiert den ein oder anderen Datenenthusiasten.

Tipp: Bei diesem Text handelt es sich um einen Auszug aus unserer Werkstatt "Daten-PR". Lesen Sie in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Daten am besten aufspüren, aufbereiten und einsetzen können. Außerdem gibt es vier Best-Practice-Beispiele von Unternehmen.
 

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