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03.11.2014   News
Professor Neuberger attestiert wissenschaftliche Mängel
 
Transparenz, Systematik und Vollständigkeit seien wichtige Prinzipien der empirischen Forschung, Uwe Krüger habe sie bei seiner Journalisten-Studie "Meinungsmacht" nicht beachtet. Diese Vorwürfe erhebt der Kommunikationswissenschaftler Christoph Neuberger in einem Artikel für das "medium magazin" (11/2014). Nicht die Rolle eines Wissenschaftlers - neutral und unvoreingenommen - nehme Krüger ein, wenn er sich in die Diskussionen über die Sicherheitspolitik Deutschlands einschalte. "Das erhärtet den Verdacht, dass er auch mit seiner Dissertation vor allem eines wollte: Meinung machen", konstatiert Neuberger.

Die Debatte über Krügers Arbeit war ins Rollen gekommen, nachdem sich die ZDF-Kabarettreihe "Die Anstalt" des Buches angenommen hatte. Krüger nimmt darin die Beziehungen deutscher Journalisten zu Lobbyorganisationen, die auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik aktiv sind, unter die Lupe. Untertitel des Werks: "Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten - eine kritische Netzwerkanalyse". Die Schlussfolgerung: "Die Journalisten lagen ganz auf Linie mit den Eliten und benutzten sogar klassische Propagandatechniken."

Neuberger nimmt die Studie auseinander und erkennt schwerwiegende Mängel. So sei unklar, wie Krüger recherchiert und selektiert habe. Krüger setze "Nähe" mit "Vereinnahmung" gleich, meint der Münchner Professor. Doch die Ausführungen Krügers belegten diese "Nähe" gar nicht: Im Schnitt habe jeder untersuchte Journalist innerhalb von acht Jahren weniger als eine Verbindung zu Organisationen gehabt. Auch die Methode der Analyse ist Ziel von Neubergers Kritik.

Das "medium magazin 11/2014" mit dem Titelthema "Ihr lügt doch alle!" gibt es auch im iKiosk auf http://bit.ly/medium-ePaper.

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