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"Deutscher Akzeptanzatlas"
25.09.2019   News
Kommunikationsmängel bei Bürgerbeteiligung
Der erste "Deutsche Akzeptanzatlas" zeigt, dass kommunikative Erwartungen bei Beteiligungsprozessen meist nicht oder noch nicht erfüllt werden.
Der "Deutsche Akzeptanzatlas" ist im vergangenen Sommersemester unter Leitung von Felix Krebber, Professor für Unternehmenskommunikation im Masterstudiengang Corporate Communication Management an der Hochschule Pforzheim, entstanden. Im Rahmen der Studie wurden bundesweit 4554 Artikel in 130 Ausgaben überwiegend lokaler und regionaler Tageszeitungen aus den Jahren 2016 bis 2018 mit 1362 Aussagen zu Bürgerbeteiligung ausgewertet. Zudem wurden in einer Online-Recherche 484 Anbieter von Leistungen auf dem Feld Bürgerbeteiligung und Projektkommunikation ermittelt
und untersucht.

Wenn es um die Erwartungen an Bürgerbeteiligung, etwa bei Stadtentwicklungs-, Bau- oder Verkehrsprojekten, geht, lautet der am häufigsten geäußerte Wunsch, überhaupt Hinweise zur Projektgestaltung abgeben zu können. Danach folgen Ergebnisoffenheit, Frühzeitigkeit, Repräsentativität der Teilnehmer und Transparenz. Deutschlandweit wird der Studie zufolge jedoch nur in einer von drei Aussagen von erfüllten Erwartungen berichtet, ein weiteres Drittel berichtet von enttäuschten Erwartungen. Die übrigen Aussagen sind auf die Zukunft bezogen – also Versprechen der Vorhabenträger oder Hoffnungen der Beteiligten.

Die Anbieterlandschaft von Bürgerbeteiligung und Projektkommunikation ist laut der Studie vielfältig. "Bürgerbeteiligung wird zu 49 Prozent branchen- beziehungsweise fachfremd von technischen Planungs- und Architekturbüros angeboten", berichtet Krebber. 39 Prozent der Planungs- und 48
Prozent der Architekturbüros seien dabei ohne interdisziplinäre Teams unterwegs, hätten also keine ausgewiesenen Kommunikationsexperten an Bord.

Angesichts der Studienresultate fordert Kommunikationsexperte Ulf Mehner, Vorsitzender des Arbeitskreises Akzeptanzkommunikation der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG): "Wir als Kommunikationsberufsfeld müssen endlich Qualitätsstandards und ethische Leitlinien für professionelle Projektkommunikation definieren, um Vertrauen in Beteiligungsprozesse zu stärken."

Der "Deutsche Akzeptanzatlas" online auf akzeptanzatlas.de abrufbar.

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