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Marc Langendorf
19.06.2019   News
"Menschliches Versagen": Freispruch für VW
Der Deutsche Rat für PR nimmt Volkswagen eine angebliche Verwechslungsgeschichte ab: Die Ethikwächter haben den Konzern von dem Vorwurf freigesprochen, Journalisten zu gängeln. Dabei hatte VW-Pressechef Marc Langendorf das Vorgehen zunächst laut einem Medienbericht verteidigt.
Die Geschichte hat sich Anfang des Jahres zugetragen: Der Wolfsburger Autobauer hatte ausgewählte Journalisten zur Präsentation der neuen vollelektrischen ID-Modelle eingeladen. Die Teilnehmer sollten sich allerdings dazu verpflichten, weder zu fotografieren, noch zu filmen oder mitzuschreiben und Artikel vor Veröffentlichung VW vorzulegen.

In einer Mitteilung des DRPR heißt es nun, die Einladung in der damaligen Form sei laut VW auf "menschliches Versagen" zurückzuführen. Für den Text sei aus Versehen auf eine Händlereinladung zurückgegriffen worden – und Händlern sei eine Berichterstattung untersagt, weil sie nicht über Produkte berichten sollen, die gesetzlichen Kennzeichnungspflichten als Prototypen unterliegen. Auch ein zusätzlicher Kontrollmechanismus habe angeblich nicht gegriffen.


Das Bemerkenswerte an der Sache ist nur: Langendorf hat laut Darstellung von "Horizont" das Vorgehen im Januar verteidigt und sich dabei unter anderem auf die hauseigene Rechtsabteilung berufen.
 
Nun habe er nach DRPR-Angaben eingeräumt, dass die Einladung in der Form nicht hätte verschickt werden dürfen. Eine öffentliche Entschuldigung sei erfolgt, Redakteure mit Gesprächsbedarf seien die Hintergründe erläutert worden. Der Rat hat daraufhin den Konzern vom Vorwurf freigesprochen, freie journalistische Berichterstattung einzuschränken.

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