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Vertrauen in PR auf verschiedenen Ebenen und bei Stakeholdern. (c) ECM
24.05.2019   News
Deutsche PR-Profis halten sich für wenig vertrauenswürdig
PR-Profis glauben, dass externe Experten, Topmanager und Kunden in der Öffentlichkeit für vertrauenswürdiger eingestuft werden als sie selbst. Besonders schwach ist das Vertrauen in Deutschland ausgeprägt. Das zeigt der European Communication Monitor 2019.
Die befragten PR-Praktiker stufen andere Botschafter deutlich vertrauenswürdiger ein als sie selbst es sind. Ihrer Erfahrung nach sind für die Bevölkerung externe Experten am vertrauenswürdigsten (70 Prozent Zustimmung), gefolgt vom Top-Management der jeweiligen Organisation (66 Prozent) und externen Unterstützern wie Kunden, Klienten oder Fans (63 Prozent). Ganz normalen Mitarbeitern oder Mitgliedern wird ein ähnliches Maß an öffentlichem Vertrauen zugeschrieben wie Kommunikationsprofis 61 Prozent). Marketing- und Vertriebsmitarbeiter werden schlechter bewertet (43 Prozent). Das Vertrauen der Bevölkerung in externe Organisationen, etwa Aktivisten, die als Fürsprecher für Organisationen auftreten, wird eher niedrig empfunden (31 Prozent).

Unterschiede gibt es bei der Selbstwahrnehmung der PR-Praktiker in einzelnen Ländern: in Deutschland geht nur jeder zweite Befragte davon aus, dass die Bevölkerung den Kommunikations- und PR-Verantwortlichen der eigenen Organisation vertraut (50 Prozent Zustimmung). In der Schweiz (63 Prozent) und Österreich (66 Prozent) sind es dagegen rund zwei Drittel. Das Vertrauen in Marketing- und Vertriebsmitarbeiter wird in Österreich (47 Prozent) deutlich höher eingeschätzt als in der Schweiz (40 Prozent) und in Deutschland (32 Prozent).

Die befragten Kommunikatoren gaben zudem an, dass sowohl die Öffentlichkeit als auch die eigenen Auftraggeber der PR-Profession gegenüber eher skeptisch seien. Die konkrete Zusammenarbeit auf der persönlichen Ebene sei dagegen – auch bei Journalisten, Influencern und Bloggern – mehrheitlich von großem Vertrauen gekennzeichnet. Der PR-Profession vertrauen nach Meinung der Befragten nur zwei Drittel der Top-Führungskräfte (67 Prozent) und eine Minderheit von Influencern und Bloggern (47 Prozent), Journalisten (39 Prozent) sowie der Bevölkerung insgesamt (27 Prozent). 

Das wahrgenommene Vertrauen der PR-Profis in die jeweilige Kommunikationsabteilung oder Agentur ist allerdings deutlich größer. 85 Prozent der Befragten berichten über eine positive Einstellung von Führungskräften oder Kunden ihnen gegenüber, gefolgt von 73 Prozent wahrgenommenem Vertrauen bei Journalisten, 70 Prozent bei der breiten Öffentlichkeit und 68 Prozent bei Influencern und Bloggern. Auf der persönlichen Ebene steige der Zuspruch noch weiter. Eine "überwältigende Mehrheit" der befragten PR-Praktiker habe von einem großen Vertrauen ihrer Kollegen, Vorgesetzten und internen Kunden sowie bei externen Interessengruppen und Zielgruppen berichtet, mit denen sie direkt zu tun hätten, heißt es in der Studie. 

Für den European Communication Monitor hat ein Forscherteam diverser Universitäten unter Leitung von Professor Ansgar Zerfaß (Leipzig) rund 2.700 Kommunikatoren aus 46 Ländern befragt.

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