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News / Falsche Journalistin bei Monsanto-Prozess
(Foto: Bayer)
24.05.2019   News
Falsche Journalistin bei Monsanto-Prozess
Eine Mitarbeiterin der PR-Agentur FTI hat sich bei einem Prozess gegen die Bayer-Tochter Monsanto als Journalistin ausgegeben.
Monsanto und Bayer stehen laut AFP auf der Kundenliste von FTI. Bei dem Gerichtsverfahren im März dieses Jahres, bei dem es um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup der Bayer-Tochter Monsanto und dessen möglichen Anteil an der Lymphdrüsenkrebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman ging, soll sich die Frau laut der Nachrichtenagentur gegenüber Reportern als freie Journalistin im Einsatz für die BBC und die britische Tech News-Seite "The Inquirer" vorgestellt haben. Davon wollen BBC und "The Inquirer" allerdings nichts wissen.

Wie FTI gegenüber AFP zugab, sei eine Mitarbeiterin der in Washington ansässigen Kommunikationsberatung bei der Gerichtsverhandlung anwesend gewesen, um sich Notizen zu dem Prozess zu machen. AFP zitiert Matthew Bashalany, Corporate Communications Director von FTI, in einer Mail an die Agentur. Darin teilt er mit, dass sein Unternehmen "eine interne Überprüfung" eingeleitet habe, nachdem es erfahren hat, dass sich die Kollegin während der Durchführung ihres Auftrags fälschlich ausgewiesen habe. Danach werde es "die erforderlichen und angemessenen Schritte" einleiten. "FTI Consulting ist bestrebt, nach den höchsten Standards ethischen Verhaltens zu handeln. Daher nehmen wir diese Angelegenheit sehr ernst."

Bayer erklärte auf Nachfrage von AFP, dass FTI Consulting nicht in das Team eingebunden sei, das sich um die Roundup-Rechtsstreitigkeiten und den Hardeman-Prozess kümmert. "FTI war weder mit den Gerichtsverfahren zu Hardeman und Pilliod befasst, noch ist die Agentur an anderen Produkthaftungsklagen zu Glyphosat in den USA beteiligt", teilte Bayer in einer Stellungnahme mit. "Dass eine Mitarbeiterin von FTI zur Beobachtung der RoundUp-Prozesse vor Ort war, war weder von uns beauftragt, noch uns bekannt. Wir stellen ausdrücklich klar, dass das von verschiedenen Medien berichtete Verhalten nicht unseren Grundsätzen entspricht."
 
Im Hardeman-Fall ist Bayer zu rund 80 Millionen US-Dollar Schadenersatz verurteilt worden. Der Konzern hat prompt Berufung gegen dieses Urteil angekündigt.

In der vergangenen Woche hatte Bayer die Zusammenarbeit mit Fleishman-Hillard wegen "Stakeholder-Mapping" für Monsanto teilweise beendet.

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